Beim Lernen einer neuen Sprache oder nach einem Schlaganfall braucht man genaue Bewegungen von Mund und Gesicht. Diese Bewegungen beruhen auf Sinnesinformationen von Lippen, Zunge und Gesicht sowie auf motorischen Befehlen der Muskeln.
Forschende an der Yale University untersuchten, welche Hirnareale das Behalten neuer Sprechbewegungen stützen. Teilnehmende hörten ihre eigene Stimme über Kopfhörer verändert und passten ihre Sprechweise an. Mit transkranieller Magnetstimulation (TMS) störten die Forschenden nacheinander verschiedene Bereiche: auditorischer, somatosensorischer und motorischer Kortex. Danach prüften sie, wie gut das Gelernte erhalten blieb. Die Störung der sensorischen Bereiche erschwerte das Behalten, die Störung des motorischen Kortex nicht.
Schwierige Wörter
- sinnesinformation — Informationen, die unsere Sinne an Gehirn sendenSinnesinformationen
- transkranielle magnetstimulation — eine Methode, das Gehirn mit Magneten zu beeinflussentranskranieller Magnetstimulation
- stören — etwas unterbrechen oder weniger funktionieren lassenstörten
- sensorisch — die mit Sinneswahrnehmung zu tun hatsensorischen
- sprechbewegung — Bewegungen von Mund und Gesicht beim SprechenSprechbewegungen
- kortex — Teil des Gehirns, der Funktionen steuert
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Hast du schon einmal eine neue Sprache gelernt? War die Aussprache schwierig?
- Wie wichtig sind für dich Mund und Gesicht beim Sprechen?
- Was denkst du: Warum hilft es, die eigene Stimme zu hören?
Verwandte Artikel
Gehirnnetzwerk erzeugt Gesichtsausdrücke bei Makaken
Forscher fanden ein Netzwerk aus Hirnarealen und Gesichtsmuskeln, das gemeinsam Gesichtsausdrücke bei Makaken erzeugt. Mit fMRI untersuchten sie drei Gesten; die Ergebnisse könnten Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen und Hilfen nach Hirnverletzung verbessern.
Druck im Gehirn kann Neuronen töten
Forscher an der University of Notre Dame zeigen, dass anhaltender Druck auf das Gehirn Programme zum Zelltod in Neuronen aktiviert. Die Ergebnisse erklären mögliche Ursachen für kognitive und motorische Probleme bei Glioblastom und anderen Zuständen.
Elektrische Verbindungen in der Netzhaut helfen dem Sehen
Forscher der Yale University zeigen, dass die Netzhaut verschiedene visuelle Kanäle elektrisch verbindet. Diese Integration durch elektrische Synapsen in Bipolarzellen, besonders durch Zelltyp BC6, kann helfen, schwache Signale zu erkennen.