Ein Forschungsteam an der University of Notre Dame untersuchte, wie chronischer Druck auf das Gehirn Neuronen schädigt. Sie berichten, dass Druck Programme zum programmierten Zelltod in Neuronen aktivieren kann und dass der Verlust von Neuronen irreversibel ist. Solche Schäden können Gefühlsverlust, motorische Probleme und kognitive Beeinträchtigungen verursachen.
Im Labor züchteten die Forschenden Netzwerke aus Neuronen und Gliazellen aus induzierten Stammzellen (Stammzellen, die im Labor umprogrammiert wurden) und übten anhaltenden Druck aus, um einen wachsenden Gehirntumor nachzuahmen. Durch Analyse von Boten-RNA (mRNA) fanden sie Hinweise auf Stressgene und Entzündungsreaktionen. Daten von Patientinnen und Patienten mit Glioblastom zeigten ähnliche Muster. Die Ergebnisse deuten auf mögliche Behandlungsansätze hin.
Schwierige Wörter
- chronisch — länger andauernd, über lange Zeit vorhandenchronischer
- neuron — Zelle im Gehirn oder NervensystemNeuronen
- zelltod — Tod einer einzelnen Körperzelle im Körper
- irreversibel — nicht rückgängig machbar und dauerhaft
- gliazelle — Hilfezelle im Nervensystem neben NeuronenGliazellen
- Boten-RNA — Molekül, das Informationen von Genen trägtmRNA
- entzündungsreaktion — Körperliche Reaktion mit Schwellung und SchmerzEntzündungsreaktionen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie würde Gefühlsverlust deinen Alltag verändern?
- Warum sind Labormodelle mit Stammzellen wichtig für die Forschung?
- Welche Art von Hilfe könnten Patientinnen und Patienten mit Gehirntumor brauchen?
Verwandte Artikel
Genetischer Sensor macht molekulare Aktivität in der MRT sichtbar
Forscherinnen und Forscher der University of California, Santa Barbara entwickelten einen modularen, proteinbasierten Sensor namens MAPPER, der molekulare Prozesse durch Veränderungen der Wasserbewegung in der MRT sichtbar machen kann.
Dopamin stärkt motorisches Lernen im Schlaf
Eine Studie zeigt, dass bestimmte Dopaminneuronen kurz nach dem Erlernen neuer Bewegungen im Non‑REM‑Schlaf aktiv werden. Die synchronisierte Aktivität mit Schlafspindeln stärkt motorische Erinnerungen und verbessert die Leistung nach dem Schlaf.
Wie Spitzmäuse im Winter ihr Gehirn verkleinern
Zwei neue Studien erklären das Dehnel-Phänomen bei der Eurasischen Spitzmaus (Sorex araneus): Gehirn und Organe schrumpfen im Winter, um Energie zu sparen, und wachsen im Frühling wieder. Forscher verknüpfen Genaktivität und Genomstruktur.