Ein Team an der Rockefeller University unter der Leitung von Winrich Freiwald untersuchte mit fMRI, wie das Gehirn von Makaken Gesichtsausdrücke erzeugt. Die Ergebnisse erschienen in Science. Für die Experimente zeichneten die Forschenden Hirnaktivität auf, während die Tiere unterschiedliche Gesichtsbewegungen zeigten.
Sie lösten oder beobachteten drei Handlungstypen: Bedrohung (Starren mit offenem Kiefer und gefletschten Zähnen), Lipsmacking (schnelles Lippenzusammenziehen und Ohrenanlegen) und freiwilliges Kauen. Als Reize dienten direkte Interaktionen, Videoaufnahmen und digitale Avatare, die vom Experimentator gesteuert wurden.
Die Forschenden lokalisierten drei kortikale Bereiche mit direktem Zugang zur Gesichtsmuskulatur und beschrieben ein größeres Netzwerk, das auch den primären somatosensorischen Kortex einschließt. Alle Regionen beteiligten sich an allen Gestentypen, zeigten aber unterschiedliche Zeitskalen in ihren neuronalen Dynamiken. Die Autorinnen und Autoren sehen Möglichkeiten für klinische Anwendungen und für Verbesserungen von Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen.
Schwierige Wörter
- gesichtsausdruck — Gesichtsbewegung, die Gefühle oder Absichten zeigtGesichtsausdrücke
- gesichtsmuskulatur — Muskeln im Gesicht, die Bewegung ermöglichen
- handlungstyp — Bestimmte Art einer Handlung oder GesteHandlungstypen
- avatar — Digitale Figur, die einen Menschen darstelltAvatare
- kortikal — Zur Großhirnrinde gehörend, im Kortex gelegenkortikale
- kortex — Teil des Großhirns, zuständig für viele Funktionen
- dynamik — Veränderung oder Ablauf von Aktivität über ZeitDynamiken
- anwendung — Nutzung einer Methode für praktischen ZweckAnwendungen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vorteile könnten klinische Anwendungen aus diesen Ergebnissen haben?
- Wie könnten Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen von dieser Forschung profitieren?
- Welche der genannten Reize (Interaktionen, Videos, Avatare) fänden Sie im Experiment am sinnvollsten, und warum?
Verwandte Artikel
Druck im Gehirn kann Neuronen töten
Forscher an der University of Notre Dame zeigen, dass anhaltender Druck auf das Gehirn Programme zum Zelltod in Neuronen aktiviert. Die Ergebnisse erklären mögliche Ursachen für kognitive und motorische Probleme bei Glioblastom und anderen Zuständen.
Moderne Räucheröfen verringern Fischverluste am Malawisee
Forscherinnen und Forscher entwickelten geschlossene Räucheröfen, die weniger Brennholz brauchen und Fisch länger haltbar machen. Das Projekt startete 2024 und will Verarbeiterinnen und Verarbeitern helfen und Verluste reduzieren.
Aus Vape-Kartuschen wird ein Synthesizer
Ein Team an der NYU hat weggeworfene Vape-Kartuschen in einfache elektronische Instrumente umgebaut. Die Anleitung ist frei verfügbar; das Projekt will zeigen, wie Teile und Batterien wiederverwendet werden können, um Elektroschrott zu verringern.
KI-Gerät unterstützt Autismus-Diagnosen in Missouri
Forscherinnen der University of Missouri testeten das FDA-zugelassene Gerät CanvasDx, das mit KI und Patientendaten Autismus vorhersagen kann. In einer Studie mit 80 Kindern gab es für 52 % klare Ergebnisse und frühere Diagnosen vor Ort.