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Gehirnnetzwerk erzeugt Gesichtsausdrücke bei Makaken — Level B2 — a close up of a monkey with red eyes

Gehirnnetzwerk erzeugt Gesichtsausdrücke bei MakakenCEFR B2

20. Jan. 2026

Adaptiert nach Rockefeller University, Futurity CC BY 4.0

Foto von Leon Andov, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
4 Min
227 Wörter

Ein Forschungsteam am Laboratory of Neural Systems der Rockefeller University unter Leitung von Winrich Freiwald hat mit fMRI ein Netzwerk untersucht, das Gesichtsausdrücke bei Makaken erzeugt. Die Ergebnisse wurden in Science veröffentlicht; eine ergänzende Analyse derselben Daten erschien in PNAS.

Die Forschenden lokalisierten drei kortikale Bereiche mit direktem Zugriff auf die Gesichtsmuskulatur: den medialen cingulären Motorcortex sowie den lateralen primären und prämotorischen Kortex. Außerdem ist der primäre somatosensorische Kortex beteiligt. Aus diesen Regionen kartierten sie ein zusammenhängendes Gesichtsmotorik‑Netzwerk.

Für die Analysen nutzten die Teams drei Handlungstypen — Bedrohung, Lipsmacking und Kauen — und Reize wie direkte soziale Interaktion, Videoaufnahmen und digitale Avatare, die vom Experimentator gesteuert wurden. Die zentrale Befund ist, dass sowohl höhere als auch niedrigere kortikale Regionen an emotionalen und freiwilligen Ausdrücken mitwirken. Alle Regionen beteiligten sich an allen Gestentypen, arbeiteten jedoch auf unterschiedlichen Zeitskalen: laterale Bereiche zeigten sehr schnelle Dynamiken im Millisekundenbereich, mediale Bereiche dagegen langsamere, stabilere Muster über längere Zeiten.

Eine verwandte Analyse betont, dass diese kortikalen Regionen ein vernetztes Sensorimotorik‑Netz bilden, das die Koordination je nach Bewegung anpasst; das steht im Kontrast zur Vorstellung strikt getrennter, paralleler Bahnen. Zukünftige Arbeiten sollen Wahrnehmung und Ausdruck gemeinsam untersuchen, Areale finden, die emotionale Zustände steuern, und mögliche klinische Anwendungen prüfen. Die Autorinnen und Autoren schlagen vor, dass die Befunde Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen verbessern und zu natürlicheren Kommunikationsgeräten für Patientinnen und Patienten nach Hirnverletzung führen könnten.

Schwierige Wörter

  • forschungsteamGruppe von Wissenschaftlern, die zusammen forschen
  • lokalisiereneinen Ort von etwas genau bestimmen
    lokalisierten
  • kortikalden Hirnkortex betreffend; zur Gehirnrinde gehörend
    kortikale, kortikalen
  • prämotorischvor dem motorischen Kortex gelegen oder dazu gehörig
    prämotorischen
  • somatosensorischSinneswahrnehmungen des Körpers im Gehirn verarbeitend
    somatosensorische
  • dynamikArt und Tempo von Veränderungen oder Bewegungen
    Dynamiken
  • vernetztmit anderen Teilen verbunden und zusammenarbeitend
    vernetztes
  • gehirn‑maschine‑schnittstelleSystem zur direkten Kommunikation zwischen Gehirn und Gerät
    Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen
  • handlungstypArt einer Handlung oder Bewegung
    Handlungstypen

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Diskussionsfragen

  • Welche Vorteile könnten verbesserte Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen für Patientinnen und Patienten nach Hirnverletzungen haben?
  • Wie könnte das Wissen über unterschiedliche Zeitskalen medialer und lateraler Bereiche Therapie oder Rehabilitation beeinflussen?
  • Welche ethischen oder praktischen Fragen sehen Sie bei der Entwicklung von Geräten, die über Hirnaktivität Kommunikation ermöglichen?

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