Forscher der Yale University fanden neue Details zur Verarbeitung visueller Informationen. Das visuelle System zerlegt eine Szene in Komponenten wie Farbe, Kontrast und Bewegung. Bisher nahm man an, diese parallele Verarbeitung beginne in der Netzhaut und bleibe getrennt.
Die Studie, veröffentlicht in Neuron, zeigt, dass die Informationskanäle in den Bipolarzellen stärker integriert sind als gedacht. Neben chemischen Synapsen fanden die Wissenschaftler auch elektrische Synapsen (Gap Junctions), die Signalübertragung zwischen Bipolarzellen ermöglichen. Bei elektrischer Stimulation einer Bipolarzelle entstanden Muster, die auf Crosstalk zwischen Zelltypen hinweisen.
Ein Bipolarzelltyp, BC6, trug viele dieser Signale und verbreitete sie hierarchisch durch die parallelen Kanäle. Die Experimente wurden an intakten Mäusenetzhäuten durchgeführt und anschließend an humanen Netzhäuten aus dem Legacy Tissue Donation Program wiederholt.
Schwierige Wörter
- bipolarzelle — Zelle in der Netzhaut, die Signale weiterleitetBipolarzellen
- synapse — Verbindungsstelle zwischen Nervenzellen für SignaleSynapsen
- verarbeitung — Aufnahme und Umwandlung von Informationen im System
- informationskanal — Weg, auf dem Informationen getrennt oder zusammenlaufenInformationskanäle
- zelltyp — Gruppe von Zellen mit ähnlicher Struktur oder FunktionZelltypen
- hierarchisch — geordnet in mehreren Ebenen oder Stufen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum ist es wichtig, dass Informationskanäle in der Netzhaut integriert sind? Nenne zwei mögliche Folgen für die Wahrnehmung.
- Welche Vorteile und Nachteile hat es, zuerst an Mäusenetzhäuten und dann an humanen Netzhäuten zu forschen?
- Wie könnte das Wissen über elektrische Synapsen die medizinische Forschung oder Therapien beeinflussen?
Verwandte Artikel
Missverständliche Handzeichen erhöhen Unfallrisiko mit Radfahrern
Eine Studie der Rice University zeigt, dass Autofahrer vor allem Armzeichen beachten. Fehlende oder uneinheitliche Signale und Ablenkung machen das Erkennen von Radfahrerabsichten schwieriger. Die Forschung empfiehlt klarere Aufklärung und weitere Studien.
Hirnverbindung kann Rückfälle bei Opioidabhängigkeit verhindern
Forschende der Washington State University berichten, dass das Abschwächen einer Verbindung zwischen prelimbischem Kortex und paraventrikulärem Thalamus Rückfälle bei Opioidabhängigkeit reduzieren könnte. Die Studie erschien im Journal of Neuroscience.
Wie Stress und Cortisol emotionale Erinnerungen stärken
Eine Studie von Forschenden an Yale zeigt: Das Hormon Cortisol verändert Gehirnnetzwerke und hilft, emotionale Erlebnisse besser ins Langzeitgedächtnis zu speichern. Teilnehmende sahen Bilder, nahmen Hydrocortison oder Placebo und wurden im fMRI gescannt.
Gehirnnetzwerk erzeugt Gesichtsausdrücke bei Makaken
Forscher fanden ein Netzwerk aus Hirnarealen und Gesichtsmuskeln, das gemeinsam Gesichtsausdrücke bei Makaken erzeugt. Mit fMRI untersuchten sie drei Gesten; die Ergebnisse könnten Gehirn‑Maschine‑Schnittstellen und Hilfen nach Hirnverletzung verbessern.
Junge Krebsüberlebende altern schneller
Eine Studie findet, dass Menschen, die als Jugendliche oder junge Erwachsene Krebs hatten, biologisch und in der Hirnfunktion schneller altern. Chemotherapie ist besonders mit dem beschleunigten Altern verbunden; Forschende prüfen Lebensstil‑Interventionen.