Eine Studie der Washington State University, veröffentlicht im Journal of Neuroscience, beschreibt einen möglichen Weg, Rückfälle bei Opioidabhängigkeit zu verhindern. Im Zentrum steht die Verbindung zwischen dem prelimbischen Kortex und dem paraventrikulären Thalamus. Letzterer verarbeitet bekannte drogenbezogene Hinweise und den motivationalen Zustand, während Signale aus dem prelimbischen Kortex diesen Thalamus stark aktivieren.
Mit einem präkklinischen Modell, das den menschlichen Opioidgebrauch nachahmt, zeigten die Forschenden: Wird die Aktivität dieser Schaltstrecke verringert, sinkt das Heroinsuchverhalten deutlich. Projektleiterin war die Doktorandin Allison Jensen unter der Leitung von Assistenzprofessor Giuseppe Giannotti. Die Studie stammt aus der Abteilung für Integrative Physiologie und Neurowissenschaften am College of Veterinary Medicine der Universität.
Das Team verwendete zwei Methoden zur Reduktion der Pathway-Aktivität. Bei der Chemogenetik wurde ein Designer-Rezeptor in prälimbische Kortex-Neurone gebracht und mit einem spezifischen Medikament aktiviert, was die Aktivität senkte und das Suchverhalten reduzierte. Die Optogenetik setzte eine faseroptische Sonde im paraventrikulären Thalamus ein, die ein niederfrequentes Lichtmuster abgab und die Verbindung allmählich desensibilisierte; diese Lichtbehandlung verstärkte die Wirkung nahezu im Vergleich zur Chemogenetik.
Giannotti schlug vor, dass ähnliche Ansätze, etwa tiefe Hirnstimulation, für Menschen und andere missbräuchlich verwendete Substanzen wie Kokain, Alkohol und Nikotin adaptiert werden könnten. Das Labor will nun erforschen, wie mit Drogengebrauch verknüpfte Umweltreize wie Licht und Geräusche diese Schaltkreise dynamisch aktivieren und Rückfälle antreiben.
Schwierige Wörter
- rückfall — erneutes Beginnen eines schädlichen VerhaltensRückfälle
- prelimbisch — zum vorderen limbischen System gehörendprelimbischen
- thalamus — Teil des Zwischenhirns mit vielen Verbindungen
- kortex — äußere Gehirnrinde, wichtig für Verhalten
- chemogenetik — Methode, Nerven mit Chemikalien zu steuern
- optogenetik — Methode, Nervenzellen mit Licht zu beeinflussen
- designer-rezeptor — künstlicher Rezeptor, eingebaut in bestimmte Neurone
- desensibilisieren — Empfindlichkeit durch wiederholte Reize verringerndesensibilisierte
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Chancen und Risiken sehen Sie bei der Anwendung ähnlicher Methoden wie tiefe Hirnstimulation beim Menschen?
- Wie könnten alltägliche Umweltreize wie Licht oder Geräusche bei Menschen Rückfälle auslösen? Nennen Sie ein Beispiel.
- Würden Sie eine Behandlung unterstützen, die gezielt Gehirnaktivität verändert, um Sucht zu verhindern? Warum oder warum nicht?
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