Die Studie im Einzugsgebiet des Junín-Sees dokumentiert eine umfangreiche Anreicherung von giftigen Metallen und Metalloiden in Wasser, Sedimenten und Böden. Das Becken liegt auf 4.100 Metern Höhe, heißt auch Chinchaycocha und liefert als Quelle den Fluss Mantaro. Forschende des National Institute of Agricultural Innovation of Peru und der National University Toribio Rodríguez de Mendoza analysierten mehr als 200 Oberbodenproben, bestimmten 14 Elemente und erstellten Karten zur Verteilung, zum ökologischen Risiko und zu möglichen Gesundheitsgefahren.
Für die Analyse nutzten sie Raster-Probenahmepunkte, Methoden des maschinellen Lernens und Umweltvariablen wie Überschwemmungsereignisse. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 99 Prozent des Gebiets ein sehr hohes bis ultra-hohes ökologisches Risiko haben. Sie berichtet zudem von einem 100-prozentigen Krebsrisiko für Erwachsene und stellt fest, dass Kinder besonders stark Arsen ausgesetzt sind. Die Konzentrationen von Arsen, Blei, Cadmium und Zink liegen deutlich über ökologischen und gesundheitlichen Grenzwerten; auf landwirtschaftlichen Flächen waren die Werte mehr als 100‑mal höher als die Schwellenwerte.
Die Forschenden heben einen Bioakkumulationsprozess hervor: Tiere fressen kontaminiertes Futter, Nahrungsmittel werden belastet und Menschen, die Land und Wasser nutzen, sind gefährdet. Die lokale Kontamination steht im Zusammenhang mit Bergbau, der in der Region seit mehr als 300 Jahren besteht, sowie mit alten, seit über hundert Jahren aufgegebenen Minen, Landwirtschaft und Urbanisierung. Das Becken wird als eine Art "Senke" für Metalle beschrieben.
Direkt leben etwa 50.000 Menschen im Gebiet; die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Auswirkungen 1,3 Millionen Menschen erreichen können, weil Wasser stromabwärts in Tälern und in Stauseen genutzt wird. Das Team fordert weitere Untersuchungen, um das volle Ausmaß und die Folgen für Kinder und Schwangere zu berechnen. Eine unabhängige Forscherin, Anna Heikkinen, bezeichnet die bergbaubedingte Kontamination als ernstes ökologisches, sozioökonomisches und gesundheitliches Risiko. Die regionale Umweltsbehörde von Junín reagierte nicht auf Anfragen von SciDev.Net.
- Hauptschadstoffe: Arsen, Blei, Cadmium, Zink, Chrom
Schwierige Wörter
- anreicherung — Zunahme der Menge eines Stoffes an einem Ort
- metall — Element, das meist fest und leitfähig istMetallen
- risiko — Möglichkeit von Schaden oder negativen Folgenökologisches Risiko, gesundheitliches Risiko
- bioakkumulationsprozess — Ansammlung von Schadstoffen in Organismen über Nahrung
- kontamination — Verschmutzung von Luft, Wasser oder Boden durch Stoffe
- stromabwärts — in Richtung des Flusses oder talabwärts gelegen
- probenahmepunkt — Bestimmter Ort, an dem Umweltproben genommen werdenRaster-Probenahmepunkte
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Diskussionsfragen
- Welche Folgen könnte die kontaminationsbedingte Belastung für Menschen stromabwärts haben? Nennen Sie mögliche Auswirkungen und Gründe.
- Welche weiteren Untersuchungen wären wichtig, um das volle Ausmaß der Gesundheitsgefahren für Kinder und Schwangere zu bestimmen?
- Welche Maßnahmen könnten lokale Gemeinschaften oder Behörden ergreifen, um das Risiko durch belasteten Boden und Wasser zu verringern?
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