Ein Forschungsteam der University of Sydney veröffentlichte am Montag (20 October) eine Studie in The Lancet Planetary Health, die einfache und kostengünstige Kühlmaßnahmen für Textilarbeiter in Bangladesch prüft. Der Bekleidungssektor beschäftigt mehr als 4 millionen Menschen, rund 60 per cent sind Frauen. In vielen Fabriken steigen die Innentemperaturen oft über 35 degrees Celsius, weil Maschinen wie Bügeleisen und Dampfgeräte Wärme abgeben und die Belüftung schlecht ist. Beschäftigte berichten von Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen und Benommenheit.
Die Forschenden simulierten die heißesten Bedingungen in einer Klimakammer mit 40 degrees Celsius und 38 per cent Luftfeuchte und führten 247 Versuche mit 42 Teilnehmenden durch, darunter fast gleich viele Männer und Frauen. Ergebnisse zeigten: Ventilatoren und vermehrtes Wassertrinken konnten Produktivitätsverluste teilweise ausgleichen, die durch Hitzestress bis zu 15 per cent betragen können. Ein isoliertes, reflektierendes Dach senkte die Innentemperatur um 2.5 degrees Celsius und verringerte die Kerntemperatur, die Herzfrequenz und das Dehydrationsrisiko.
Ollie Jay forderte sofort bezahlbare Kühllösungen zum Schutz vor hitzebedingten Erkrankungen. Er nannte zudem eine Praxis aus Gebieten mit Wasserknappheit: das Auftragen von nicht sicherem Trinkwasser auf die Haut, da Verdunstung das Schwitzen reduziert und ein schnelleres Austrocknen verhindert. Die Forschenden bemerkten, dass die Kühlwirkung bei männlichen Teilnehmenden stärker war, und betonten, dass geschlechtsspezifische Aufgaben und Kleidung bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Ethnie hatte fast keinen Einfluss, kulturelle Faktoren sind aber wichtig für Verhalten und Lösung.
James Smallcombe warnt, dass Klimaanlagen ökonomisch und ökologisch oft nicht nachhaltig sind. Da die Textilindustrie Bangladeschs eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 30 per cent bis 2030 anstrebt, könnten ressourcenschonende Kühloptionen ein nachhaltiger Weg für die Klimaanpassung in globalen Lieferketten sein. Brad Adams hob den Wert kostengünstiger Kühlung hervor, wies aber darauf hin, dass die Studie Menschen mit Bluthochdruck und Personen mit früheren hitzebedingten Erkrankungen ausschloss; etwa ein Viertel der bangladeschischen Bevölkerung hat Bluthochdruck. Er forderte weitere Forschung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden.
- Getestete Maßnahmen: Ventilatoren, mehr Wassertrinken, reflektierendes Dach.
- Studienbedingungen: 40 degrees Celsius und 38 per cent Luftfeuchte.
- Stichprobe: 247 Versuche mit 42 Teilnehmenden.
Schwierige Wörter
- kühlmaßnahme — einfache Mittel, um die Temperatur zu senkenKühlmaßnahmen
- klimakammer — ein Raum, der hohe Temperatur und Luftfeuchte simuliert
- kerntemperatur — Temperatur im Inneren des Körpers
- dehydrationsrisiko — Gefahr durch zu starken Flüssigkeitsverlust
- ressourcenschonend — so, dass wenige Ressourcen verbraucht werdenressourcenschonende
- geschlechtsspezifisch — auf Unterschiede zwischen Männern und Frauen bezogengeschlechtsspezifische, geschlechtsspezifischen
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Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei der Nutzung von Ventilatoren und vermehrtem Wassertrinken in heißen Fabriken?
- Wie könnten ressourcenschonende Kühloptionen die Klimaanpassung in globalen Lieferketten unterstützen?
- Welche geschlechtsspezifischen Faktoren sollten bei der Planung von Kühlmaßnahmen in Fabriken berücksichtigt werden?
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