Eine neue Übersichtsarbeit und Metaanalyse des Food is Medicine Institute an der Friedman School der Tufts University wurde in Current Atherosclerosis Reports veröffentlicht. Das Team wertete sowohl randomisierte klinische Studien als auch große Beobachtungsstudien aus, um die Wirkung nicht-nährender Süßstoffe auf Stoffwechsel und Blutzucker zu beurteilen.
Insgesamt zeigten die randomisierten Studien bei Erwachsenen, dass künstliche und andere kalorienarme Süßstoffe im Vergleich zu nicht-kalorischen Kontrollen wie Wasser oder Placebo das Nüchterninsulin und das HbA1c erhöhten. Die Analyse deutete zudem auf eine Tendenz zu einer Verschlechterung der Insulinempfindlichkeit hin. Die Forschenden betonen, dass der Fokus auf nicht-kalorische Vergleichsgruppen half, direkte physiologische Effekte der Süßstoffe zu untersuchen.
Als mögliche Ursache nennen die Autorinnen und Autoren Veränderungen des Darmmikrobioms; in Experimenten veränderten bestimmte Süßstoffe die Zusammensetzung und Funktion der Darmbakterien. Beobachtungsstudien verbanden den Konsum mit einem höheren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen, die jedoch durch Selektions- und Messprobleme beeinflusst sein können. Die Studie fordert weitere sorgfältige randomisierte Untersuchungen.
Schwierige Wörter
- übersichtsarbeit — lange Zusammenfassung mehrerer wissenschaftlicher Studien
- metaanalyse — statistische Auswertung mehrerer wissenschaftlicher Studienergebnisse
- randomisieren — Personen zufällig in unterschiedliche Gruppen einteilenrandomisierte
- beobachtungsstudie — Studie ohne gezielte Behandlung, nur Beobachtung von PersonenBeobachtungsstudien
- stoffwechsel — Prozesse im Körper für Energie und Wachstum
- nüchterninsulin — Insulinwert im Blut ohne vorherige Mahlzeit
- insulinempfindlichkeit — wie gut der Körper auf Insulin reagiert
- darmmikrobiom — Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm
- kardiometabolische erkrankung — Krankheiten des Herzens und des Stoffwechselskardiometabolische Erkrankungen
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Diskussionsfragen
- Würden Sie wegen dieser Ergebnisse Ihren Konsum von nicht-nährenden Süßstoffen ändern? Warum oder warum nicht?
- Welche zusätzlichen Informationen würden Sie brauchen, um sicher über die Sicherheit solcher Süßstoffe zu entscheiden?
- Wie wichtig sind für Sie randomisierte Studien im Vergleich zu Beobachtungsstudien, wenn es um Gesundheitsempfehlungen geht? Begründen Sie kurz.
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