Eine randomisierte klinische Studie mit 24 Familien in Austin zeigt, dass bereits ein einzelner Austausch der Hauptproteinquelle die Fettsäurezusammensetzung der Muttermilch verändert. Über 25 Tage stellten die Forschenden ernährungsphysiologisch ausgewogene Mahlzeiten bereit, die bis auf die Proteinquelle identisch waren: unverarbeitetes Rindfleisch oder ein hochverarbeitetes pflanzliches Ersatzprodukt.
Obwohl die Gesamtfettmenge in den Mahlzeiten gleich blieb, verschob sich die Zusammensetzung der Fette in der Muttermilch je nach Diät. Mütter, die das pflanzliche Ersatzprodukt verzehrten, wiesen niedrigere Werte an langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf, Nährstoffe, die als unterstützend für die Neuroentwicklung von Säuglingen gelten. Gleichzeitig enthielt ihre Milch höhere Anteile gesättigter Fette aus tropischen Ölen, wie sie häufig in hochverarbeiteten Lebensmitteln verwendet werden.
Marissa Burgermaster von der Dell Medical School der University of Texas at Austin bemerkte: „Wir wussten, dass Muttermilch widerspiegelt, was Mütter essen, aber wir waren überrascht, wie schnell und deutlich wir diese Veränderungen sahen, und das schon nach nur einem Lebensmitteltausch.“ Die Forschenden weisen auf wichtige Einschränkungen hin: Es wurden keine langfristigen gesundheitlichen Folgen für Säuglinge untersucht, und die kurze Intervention ist kaum geeignet, dauerhafte Unterschiede zu erzeugen. Die Studie wurde vom National Cattlemen’s Beef Association (Beef Checkoff) und vom Texas Beef Council finanziert; beide Organisationen waren nicht an Studiendesign, Datenerhebung, Analyse oder Veröffentlichung beteiligt.
Schwierige Wörter
- randomisiert — mit zufälliger Einteilung der Teilnehmendenrandomisierte
- klinische Studie — wissenschaftliche Untersuchung mit Patientinnen oder Teilnehmenden
- Fettsäurezusammensetzung — Art und Anteil verschiedener Fettsäuren in einem Fett
- hochverarbeitet — stark industriell verändert und viele Zusatzstoffe enthaltenhochverarbeitetes
- Neuroentwicklung — Entwicklung von Gehirn und Nervenfunktionen beim Kind
- gesättigt — Fette ohne Doppelbindungen in ihren Fettsäurengesättigter
- Intervention — geplante Handlung in einer Studie oder Behandlung
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche weiteren Studien wären nötig, um mögliche langfristige Auswirkungen auf Säuglinge zu klären? Nennen Sie zwei wichtige Forschungsfragen.
- Wie sollten Ernährungsfachleute Ihrer Meinung nach mit der Erkenntnis umgehen, dass sich Muttermilch schnell nach der mütterlichen Ernährung verändert?
- Welche Rolle spielt für Sie die Information, dass die Studie von Rindfleisch-Verbänden finanziert wurde, obwohl diese nicht am Studiendesign beteiligt waren?
Verwandte Artikel
Entzündungen als Ansatz zur Behandlung von Depressionen
Eine bundesfinanzierte Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt, dass gezielte entzündungshemmende Behandlungen depressive Symptome und Anhedonie bei Menschen mit erhöhten Entzündungswerten verringern können. Schwere Nebenwirkungen traten nicht häufiger auf.
Kleine RNA steuert Cholesterin und Herzrisiko
Forscher identifizierten das kleine RNA-Molekül tsRNA-Glu-CTC, das in der Leber die Cholesterinproduktion und das Atherosklerose-Risiko beeinflusst. Studien an Mäusen und Untersuchungen mit Blutproben deuten darauf hin, dass der Mechanismus auch beim Menschen relevant ist.
Günstige Blutzuckermessgeräte für Neugeborene proven
Eine Studie prüfte verbreitete point-of-care Glukometer für Neugeborene. Einige preiswerte Geräte lieferten genaue Messwerte bei neonatalen Blutbedingungen; andere waren nicht geeignet. Die Untersuchung erleichtert Auswahl und Laborprüfungen in ressourcenarmen Kliniken.
KI-Gerät unterstützt Autismus-Diagnosen in Missouri
Forscherinnen der University of Missouri testeten das FDA-zugelassene Gerät CanvasDx, das mit KI und Patientendaten Autismus vorhersagen kann. In einer Studie mit 80 Kindern gab es für 52 % klare Ergebnisse und frühere Diagnosen vor Ort.