Jeden Januar nehmen weltweit Millionen Menschen an Dry January teil, einer einmonatigen Pause vom Alkohol, die sich von einer Nischen-Idee zu einer breiten kulturellen Bewegung entwickelt hat. Michelle Zaso, Assistant Professor of Psychology an der Syracuse University, erklärt, dass die Aktion größere Gesundheits- und Wellness-Trends widerspiegelt. Die Wahl des Januars ist praktisch, weil er auf die oft alkohollastigen Feiertage folgt. Ein definierter Zeitraum von 31 Tagen entspricht dem S.M.A.R.T.-Prinzip (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, zeitgebunden) und macht das Ziel greifbar.
Zur Teilnahme gehört oft das Teilen von Erfahrungen in sozialen Medien, der Austausch von Tipps und Rezepten für alkoholfreie Getränke sowie das gemeinsame Feiern von Meilensteinen. Studien verbinden temporäre Abstinenz mit mehr Energie, besserem Schlaf, Gewichtsabnahme, besserer psychischer Gesundheit und günstigeren biologischen Messwerten wie verringerter Insulinresistenz. Eine Untersuchung unter jungen Erwachsenen in den USA zeigte, dass die Hälfte der Teilnehmenden nach der Aktion weniger trank und 15% weiter abstinent blieben.
Gleichzeitig weisen Experten auf Risiken hin: Rebound-Effekte scheinen bei denen, die den ganzen Monat durchhalten, nicht häufig zu sein, während Rückfälle eher bei unvollständiger Teilnahme vorkommen. Menschen mit lang anhaltendem starkem Alkoholkonsum sollten vor dem abrupten Absetzen ärztliche Hilfe suchen, da Entzugserscheinungen gefährlich sein können. Zur längerfristigen Unterstützung werden der Alcohol Treatment Navigator des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism und die NIAAA-Website "Rethinking Drinking" genannt. Der Trend könnte zudem zur Entstigmatisierung von Nichttrinken beitragen und den Alkoholkonsum, besonders bei der Generation Z, verringern.
Schwierige Wörter
- abstinenz — vorübergehendes Verzichten auf Alkohol für einen Zeitraum
- Entzugserscheinung — körperliche oder psychische Symptome nach AbsetzenEntzugserscheinungen
- Rebound-Effekt — stärkeres Auftreten eines Problems nach UnterbrechungRebound-Effekte
- Entstigmatisierung — Verringerung negativer sozialer Bewertung bestimmter Verhaltensweisen
- Insulinresistenz — verminderte Empfindlichkeit gegenüber dem Hormon Insulin
- absetzen — plötzliches Beenden der Einnahme oder Nutzung
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glauben Sie, dass eine einmonatige Pause wie Dry January langfristig das Trinkverhalten verändern kann? Warum oder warum nicht?
- Welche Rolle können soziale Medien beim Erfolg solcher Aktionen spielen? Nennen Sie Beispiele.
- Wie sollte man Menschen mit lang anhaltendem starkem Alkoholkonsum unterstützen, damit Gefahren durch Entzugserscheinungen vermieden werden?
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