Eine Studie der Yale School of Medicine, veröffentlicht in Nature Microbiology, beschreibt einen unerwarteten Effekt von COMT‑Inhibitoren bei der Behandlung der Parkinson‑Krankheit. Das Team wurde von Postdoktorand Andrew Verdegaal geleitet und arbeitete im Labor von Andrew Goodman, PhD. COMT‑Inhibitoren werden eingesetzt, um mehr Levodopa im Gehirn verfügbar zu machen.
Die Forschenden schlagen einen Zweischritt‑Mechanismus vor. Zuerst verändern Enzyme im Körper Levodopa, sodass die Produkte die Blut‑Hirn‑Schranke nicht passieren; COMT‑Inhibitoren sollen diese Enzyme blockieren. Zweitens besitzen viele COMT‑Inhibitoren antibakterielle Eigenschaften. Wenn empfindliche Darmbakterien abgetötet werden, können andere Bakterien stärker wachsen.
Ein vermehrtes Enterococcus faecalis trägt ein Enzym, das Levodopa im Darm verstoffwechselt und damit seinen Transport ins Gehirn verhindert. Die Ergebnisse stützen frühere Studien, und Verdegaal beschrieb dies als eine kontraproduktive Wirkung. Die Studie rät dazu, zu untersuchen, wie das Mikrobiom die Reaktion auf gleichzeitig verordnete Medikamente beeinflusst. Die Forschung wurde von den National Institutes of Health und der Yale University unterstützt.
Schwierige Wörter
- inhibitor — Substanz, die eine Reaktion oder ein Enzym hemmtCOMT‑Inhibitoren
- blut‑hirn‑schranke — Barriere zwischen Blut und Gehirn
- verstoffwechseln — Eine Substanz chemisch im Körper umwandelnverstoffwechselt
- antibakteriell — Gegen Bakterien wirkend; sie töten oder hemmenantibakterielle
- kontraproduktiv — Eine Maßnahme mit negativem, unerwünschtem Ergebniskontraproduktive
- mikrobiom — Gesamtheit der Mikroorganismen im Körper
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Diskussionsfragen
- Warum könnte das Abtöten empfindlicher Darmbakterien problematisch für Patientinnen und Patienten sein?
- Wie könnte das Mikrobiom die Wirkung von Medikamenten allgemein verändern?
- Welche weiteren Untersuchungen würden Sie vorschlagen, um die in der Studie beschriebenen Effekte zu prüfen?
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