Zwei führende Expertinnen für Ernährungssysteme ziehen vier Jahre nach dem UN Food Systems Summit Bilanz und fordern stärkere, schnellere Maßnahmen, um Hunger zu beenden und Ernährungssysteme grundlegend zu transformieren. Der Gipfel 2021 löste nationale Wegkarten in mehr als 125 Ländern und fast 300 Verpflichtungen der Zivilgesellschaft aus.
Wissenschafts- und Agrarforschungsorganisationen wie CGIAR trugen zu konkreten Verbesserungen bei: bessere Sorten und Rassen von Pflanzen und Tieren, angereicherte Lebensmittel, und die Aufnahme ernährungsbezogener Ziele in Regierungsprogramme. Beispiele sind erweiterte Schulmahlzeiten mit lokaler Beschaffung, Vietnams nationaler Aktionsplan im Mekongdelta sowie Äthiopiens Liste mit 24 bahnbrechenden Lösungen, darunter klimaresiliente Lieferketten. Biofortifizierte Feldfrüchte und gemeinschaftsbasierte Zuchtprogramme erhöhten Nachfrage, Märkte und in einigen Fällen die Einkommen um rund 20 Prozent.
Gleichzeitig hat sich das Umfeld verschlechtert: neue Konflikte, zunehmende Klimaextreme und geopolitische Unsicherheit behindern den Fortschritt. Unterernährung, Armut und Ungleichheit bleiben hoch; fast 3 Milliarden Menschen können gesunde Ernährungsweisen nicht bezahlen, und Ernährungssysteme verursachen etwa ein Drittel der globalen Emissionen und 80 Prozent der Entwaldung. Internationale Hilfe nimmt ab, wodurch viele Länder finanzielle und operative Beschränkungen erleben.
Die Autorinnen empfehlen fortgesetzte Investitionen in Agrarforschung, staatliche Mittel, Infrastruktur und Wissensaustausch sowie Unterstützung für innovative Finanzierungsmodelle, etwa durch Verknüpfung von Ernährungssystemreformen mit Klimafinanzierung. Mehr Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Ländern seien wichtig. Der CGIAR Flagship Report 2025 wird als Ausgangspunkt für politisch Verantwortliche genannt. In einem Bestandsaufnahme-Treffen diesen Monat in Äthiopien sollen die seit 2021 erzielten Fortschritte erörtert werden.
Schwierige Wörter
- ernährungssystem — Gesamtheit von Produktion bis zum Konsum von LebensmittelnErnährungssysteme
- transformieren — stark verändern oder grundlegend umgestalten
- verpflichtung — schriftliche oder mündliche Zusage zu einer AufgabeVerpflichtungen
- klimaresilient — gegen Folgen des Klimawandels widerstandsfähig seinklimaresiliente
- unterernährung — Mangel an ausreichender, nahrhafter Nahrung
- entwaldung — Verlust von Wäldern durch Abholzung oder Rodung
- biofortifiziert — mit zusätzlichen wichtigen Nährstoffen gezielt angereichertBiofortifizierte
- klimafinanzierung — Geld für Maßnahmen gegen Klimawandel und Anpassung
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vorteile und Risiken sehen Sie, wenn Ernährungssystemreformen mit Klimafinanzierung verknüpft werden?
- Welche nationalen Maßnahmen aus dem Text (z. B. erweiterte Schulmahlzeiten oder lokale Beschaffung) könnten in Ihrem Land sinnvoll sein und warum?
- Wie könnte internationale Zusammenarbeit und Vertrauen verbessert werden, damit Länder weniger finanzielle und operative Beschränkungen erleben?
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