Filip Ondrušek: Kochen, Tradition und HerkunftCEFR B2
20. Jan. 2026
Adaptiert nach Nevena Borisova, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Artem Beliaikin, Unsplash
Filip Ondrušek ist ein österreichisch-slawischer Koch, Ökologe und Aktivist, der mit 29 Jahren in São Paulo lebt. Er hat an vielen Orten gearbeitet und mehr als 30 Länder bereist. Als kreativer Koch war er in mehreren Zwei- und Drei-Sterne-Michelin-Restaurants tätig, darunter Central (Peru), Koks (Färöer), Amador (Österreich), Brae (Australien), Narisawa (Japan), Azurmendi (Spanien), Alo (Kanada), Smyth (USA) und Alto (Venezuela).
Ondrušek orientiert sich an Slow Food und Demeter und verwendet biodynamische sowie saisonale Zutaten. Im Herbst 2025 war er Ehrengast beim traditionellen Käsefestival Bulgariens. Sein Ziel ist, klassische Techniken mit traditionellen Methoden und moderner Kreativität zu verbinden und dabei die Integrität der Produkte zu respektieren.
Er sieht die österreichische und die slawische Kochtradition als sich ergänzend: Die österreichische Küche betont Struktur, Präzision und Technik, geprägt von Hof- und Handwerkstraditionen; die slawische Küche ist intuitiver und stärker an Familie sowie lokalen Zutaten gebunden. Viele Rezepte entstanden aus Verfügbarkeit und Erinnerung. Aus seinen Reisen leitet er universelle Werte ab: Respekt vor Zutaten, Saisonalität und die soziale Rolle von Essen als Träger von Erinnerung und Identität.
- Gärung
- Pökeln und Räuchern
- Einlegen und langsames Garen
Für Mittel- und Osteuropa nennt er Gastfreundschaft, deftige Mahlzeiten und familiäres Essen als prägende Merkmale. Er argumentiert, dass nationale Geschichte—Krieg, Migration, politische Regime und wirtschaftlicher Wandel—kulinarische Spuren hinterlässt. Viele traditionelle Rezepte basieren auf Wurzelgemüse, fermentierten Lebensmitteln, Kartoffeln und Kohl. Zum Sozialismus sagt er, dass dieser gemischte Auswirkungen hatte: Er förderte Erfindungsreichtum und geringe Verschwendung, führte aber auch zu vereinheitlichten Geschmacksbildern und einem Verlust regionaler Vielfalt. Zeitgenössische Köche sollten praktische Lektionen bewahren, lokale Identität und Kreativität wiederbeleben. Modernisierung und Fast Food können Authentizität untergraben; werden sie jedoch verantwortungsvoll genutzt, können sie Traditionen neu interpretieren, Nachhaltigkeit integrieren und kulturelle Bedeutung erhalten.
Schwierige Wörter
- biodynamisch — Anbauweise mit speziellen biologischen und energetischen Regelnbiodynamische
- saisonalität — Eigenschaft, dass Produkte nur bestimmte Jahreszeiten haben
- integrität — Unversehrtheit und Echtheit eines Produkts
- gärung — chemischer Prozess, der Lebensmittel verändert
- pökeln — Lebensmittel mit Salz länger haltbar machen
- einlegen — Lebensmittel in Flüssigkeit oder Essig konservieren
- garen — Lebensmittel durch Hitze langsam zubereiten
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie könnten zeitgenössische Köche lokale Identität und Kreativität wiederbeleben, ohne traditionelle Techniken zu verlieren?
- Welche Chancen und Risiken sehen Sie, wenn Modernisierung und Fast Food in regionalen Küchen eingesetzt werden?
- Welche Rolle spielen Gastfreundschaft und familiäre Mahlzeiten heute in Ihrer eigenen Kultur im Vergleich zur Beschreibung im Text?
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