In zwei Fachartikeln berichten Forschende, dass die Zugabe von Weizenfaser Mäuse vor akuten und chronischen Darmentzündungen schützt. Die Arbeiten verbinden Änderungen in der Weizenverarbeitung mit einem möglichen Anstieg entzündlicher Darmerkrankungen.
Darmbakterien bauen die in Vollkorn enthaltene Weizenfaser ab und setzen dabei bioaktive Metaboliten frei, vor allem an die Faser gebundene Polyphenole. Diese Metaboliten programmieren Immunzellen im Darm so um, dass Entzündungen unterdrückt werden. Anders als bei vielen löslichen Ballaststoffen erfolgte der Effekt nicht über eine Zunahme kurzkettiger Fettsäuren.
Die Forschenden vermuten, dass das Entfernen der Kleie bei der Verarbeitung die Zufuhr an Weizenfaser reduziert hat und so zur höheren Prävalenz von IBD beitragen könnte. Sollte sich der Befund auf Menschen übertragen lassen, empfehlen sie vermehrt Vollkornprodukte. Gesundheitsorganisationen empfehlen 25 bis 38 Gramm Ballaststoffe pro Tag, viele Menschen erreichen diesen Wert nicht.
Schwierige Wörter
- weizenfaser — Pflanzenfasern im Korn, vom Körper kaum verdaut
- darmentzündung — Krankheit im unteren Verdauungssystem mit Schmerzen oder DurchfallDarmentzündungen
- darmbakterie — Kleine Mikroorganismen im Verdauungstrakt, die Nahrung abbauenDarmbakterien
- metabolit — Stoff, den Mikroorganismen oder Zellen produzierenMetaboliten
- polyphenol — Pflanzenstoff mit biologischer Wirkung, oft als AntioxidansPolyphenole
- immunzelle — Zelle, die im Körper gegen Krankheitserreger kämpftImmunzellen
- kleie — Äußere Schicht des Korns, oft als Abfallprodukt entfernt
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Diskussionsfragen
- Würdest du wegen dieser Ergebnisse mehr Vollkornprodukte essen? Warum oder warum nicht?
- Wie könnten Gesundheitsorganisationen Menschen helfen, 25 bis 38 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu erreichen?
- Welche Änderungen in der Lebensmittelverarbeitung würden deiner Meinung nach die Ballaststoffmenge erhöhen?
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