Die LIFE‑L‑Studie untersuchte, ob ein virtuelles Programm zu Ernährung und Bewegung die Verträglichkeit einer standardmäßigen sechszyklischen Kombinationschemotherapie bei Lymphomen verbessert. Das Team unter Leitung von Tracy Crane und Craig Moskowitz rekrutierte 72 Personen. Melissa Lopez vom CRANE Lab des Sylvester Comprehensive Cancer Center der University of Miami stellte die Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Society of Hematology in Orlando vor.
44 Teilnehmende bekamen sofort Zugang zu einem Programm mit wöchentlichen Online‑Coachings durch eine registrierte Ernährungsberaterin und einen Sportphysiologen; 28 Personen waren auf einer Warteliste als Kontrollgruppe. Die Sitzungen wurden individuell angepasst. Zur Durchführbarkeit meldeten sich 81% der berechtigten Patientinnen und Patienten an; die Teilnahme an Ernährungssitzungen lag bei 86% und an Bewegungssitzungen bei 81%. Während der Chemotherapie wurden Symptome und körperliche Leistungsfähigkeit gemessen.
Die Interventionsgruppe berichtete niedrigere Raten mehrerer Symptome als die Wartelisten‑Gruppe: Angst 17% versus 34%, Depression 46% versus 67%, Schmerzen 22% versus 39%, Müdigkeit 46% versus 67% und Verstopfung 17% versus 25%. Zudem zeigten die Interventionspatienten größere Griffstärke und bessere Ergebnisse in körperlichen Leistungstests. Die Forschenden wollen nun prüfen, ob eine bessere Verträglichkeit zu höherer Therapietreue führt. Da eine Aufnahme von weniger als 85% der verordneten Chemotherapie die Überlebenschancen beeinflussen kann, hoffen sie, Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, diese Schwelle zu erreichen. Lopez hofft außerdem, dass die Ergebnisse mehr Klinikerinnen und Kliniker dazu anregen, auf Programme der Lebensstilmedizin und die Bedeutung von Ernährung und Bewegung während der Behandlung hinzuweisen.
Schwierige Wörter
- verträglichkeit — Wie gut eine Therapie vom Körper akzeptiert wird
- kombinationschemotherapie — Behandlung mit mehreren Chemomedikamenten zusammen
- rekrutieren — Personen für eine Studie auswählen und aufnehmenrekrutierte
- interventionsgruppe — Teil der Studie, der die neue Maßnahme erhält
- therapietreue — Wie genau Patientinnen verschriebene Therapie einhalten
- griffstärke — Kraft der Hand beim Festhalten und Greifen
- lebensstilmedizin — Medizin, die Ernährung und Bewegung berücksichtigt
- durchführbarkeit — Ob eine Studie praktisch umsetzbar ist
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie bewerten Sie die Teilnahmequoten (Anmeldung 81%, Ernährungssitzungen 86%, Bewegungssitzungen 81%) für ein virtuelles Programm während der Chemotherapie?
- Welche Vorteile und welche möglichen Probleme sehen Sie bei virtuellen Coaching‑Programmen zu Ernährung und Bewegung während einer Krebsbehandlung?
- Sollten Klinikerinnen und Kliniker Patientinnen und Patienten routinemäßig auf Programme der Lebensstilmedizin hinweisen? Begründen Sie Ihre Meinung.
Verwandte Artikel
Hirnverbindung kann Rückfälle bei Opioidabhängigkeit verhindern
Forschende der Washington State University berichten, dass das Abschwächen einer Verbindung zwischen prelimbischem Kortex und paraventrikulärem Thalamus Rückfälle bei Opioidabhängigkeit reduzieren könnte. Die Studie erschien im Journal of Neuroscience.
Einfache Kühlmaßnahmen für Textilarbeiter in Bangladesch
Eine Studie der University of Sydney, veröffentlicht in The Lancet Planetary Health am Montag (20 October), prüft kostengünstige Maßnahmen, die die Hitzebelastung für Millionen Beschäftigte in der Textilindustrie in Bangladesch verringern könnten.
Dopamin stärkt motorisches Lernen im Schlaf
Eine Studie zeigt, dass bestimmte Dopaminneuronen kurz nach dem Erlernen neuer Bewegungen im Non‑REM‑Schlaf aktiv werden. Die synchronisierte Aktivität mit Schlafspindeln stärkt motorische Erinnerungen und verbessert die Leistung nach dem Schlaf.
Dry January: Eine einmonatige Pause vom Alkohol
Jeden Januar machen viele Menschen weltweit beim Dry January mit. Sie verzichten einen Monat auf Alkohol, vergleichen Erfahrungen online und berichten von besserem Schlaf und mehr Energie. Experten warnen aber vor Risiken bei starkem Langzeitkonsum.
Gehirnbilder zeigen Unterschiede bei WTC‑Ersthelfern mit PTBS
Forscher nutzten Gehirnscans von WTC‑Einsatzkräften und fanden strukturelle Unterschiede bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung. Die Befunde betreffen die Grenze zwischen grauer und weißer Substanz und könnten Diagnosen verbessern.