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Russland verschärft Kontrolle des Internets — Level B2 — person using smartphone

Russland verschärft Kontrolle des InternetsCEFR B2

18. Apr. 2026

Adaptiert nach Daria Dergacheva, Global Voices CC BY 3.0

Foto von Christian Wiediger, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
297 Wörter

Anfang April 2026 verschärfte die russische Regierung systematisch die Kontrolle über das nationale Internet. Behörden weiteten mobile Internetsperren aus, führten Einschränkungen gegen VPNs ein, testeten White Lists für Mobil‑ und Hausanschlüsse und blockierten den Messenger Telegram. Die Maßnahmen folgten einer großflächigen Abschaltung in Moskau vom 6. bis 24. März, die nach Berichten weite Teile des städtischen Dienstleistungssektors lahmlegte.

The Bell berichtete, Betreibern sei von der Wissenschaftlich‑Technischen Dienststelle (STS) des FSB eine Karte übergeben worden, die markierte, wo das Internet abgeschaltet werden solle; ein Regierungsbeamter sagte, die Abschaltungen seien "von oben angeordnet". Analysen sehen damit eine Verschiebung von passiver Zensur zu aktiver Durchsetzung, bei der Apps verpflichtet werden, Daten zu sammeln und weiterzuleiten.

Beobachter verbanden die Maßnahmen mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Kriegsführung. Berichten zufolge hätten seit dem 28. Februar die Vereinigten Staaten mehr als 11.000 Angriffe gegen den Iran gestartet, viele davon identifiziert vom Projekt Marvin AI. Maven Smart Systems, ein Projekt von Palantir, habe maschinelles Lernen und seit 2025 große Sprachmodelle wie Anthropic’s Claude eingesetzt. Experten kritisierten das Tempo der Zielauswahl; die Politikwissenschaftlerin Elke Schwarz warnte, KI-Modelle seien möglicherweise nur zu 25–50 Prozent zuverlässig und es fehle an menschlicher Aufsicht.

Nach der Sperre von Telegram meldete Pavel Durov fast 65 Millionen tägliche Nutzer in Russland. Roskomnadzor ging dagegen verstärkt gegen VPN‑Verkehr vor; Berichten zufolge stellten etwa die Hälfte der Internetdienste den Betrieb ein, darunter Banking‑Apps und staatliche Angebote. Unternehmen wie Yandex, VK und Ozon wurden angewiesen, VPN‑Nutzer zu erkennen, Umgehungstools zu melden und Geräte jenseits von Android und iOS zu prüfen. Ermittlungen zeigen außerdem den Einsatz offener Modelle wie Mistral, Qwen, LLaMA und YOLO in Militärprogrammen und den Einsatz von Gesichtserkennungstools im Ausland, was zu einem schrittweisen Übergang zu einem stärker kontrollierten, auf Russland zentrierten Internet führt.

Schwierige Wörter

  • verschärfenetwas strenger oder härter machen
    verschärfte
  • internetsperreörtliche oder zeitliche Sperre für Internetzugang
    Internetsperren
  • abschaltungStopp des Betriebs eines technischen Dienstes
  • zensurKontrolle und Einschränkung von Informationen
  • durchsetzungdas Erzwingen von Regeln oder Maßnahmen
  • künstliche IntelligenzComputerprogramme, die Aufgaben selbstständig lösen
    Künstlicher Intelligenz
  • maschinelles LernenErkennen von Mustern in Daten durch Computer
  • umgehungstoolProgramm, das gesperrte Dienste wieder erreichbar macht
    Umgehungstools
  • gesichtserkennungstoolSoftware zur Erkennung von Gesichtern
    Gesichtserkennungstools

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Risiken sehen Sie, wenn KI-Modelle ohne ausreichende menschliche Aufsicht für militärische Zielauswahl genutzt werden?
  • Wie könnten starke Internetkontrollen, wie Sperren und VPN‑Einschränkungen, das Leben von Bürgern und den Dienstleistungssektor beeinflussen?
  • Sollten Unternehmen verpflichtet werden, VPN-Nutzer zu erkennen und Umgehungstools zu melden? Begründen Sie Ihre Meinung mit Argumenten aus dem Text.

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