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Bot-Angriffe auf Aktivisten und Medien im westlichen Balkan — Level B2 — A harbor with boats and a city in the background

Bot-Angriffe auf Aktivisten und Medien im westlichen BalkanCEFR B2

29. Nov. 2025

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
282 Wörter

Koordinierte Bot-Operationen zielten im November 2025 auf Aktivisten- und Medienaccounts auf Instagram im westlichen Balkan. Meta.mk berichtete am November 16 und am November 23, 2025 fast gleichzeitig über Kampagnen, die offensichtliche Schwächen in automatisierten Moderationssystemen ausnutzten, um kritische Stimmen zu unterdrücken.

In Serbien bemerkte die Bewegung Students in Blockade einen starken Anstieg verdächtiger Follower auf dem Hauptprofil mit über 1 Million Follower. Der Student Balša Bulatović berichtete, Untersucher hätten zwei Taktiken identifiziert: einen Ansturm gefälschter, oft ausländischer Konten als Follower und Massensignale, die angeblich unangemessene Inhalte meldeten, um automatische Account-Sperren zu bewirken. Der zivile Verein IT Blokada warnte öffentlich, und einige Gruppen konnten durch kollektives Handeln ihre Konten wiederherstellen. Professor Djordje Krivokapic bezeichnete den Vorfall als manipulativen Missbrauch von Online-Mechanismen, nicht als klassischen Hack, und berichtete von "hunderten Tausenden" neuer Follower aus "östlichen Märkten".

Anfang November traf eine ähnliche Kampagne das nordmazedonische Medium Sloboden Pechat. Das Instagram-Konto mit nahezu 70,000 Followern erhielt hunderte identische Bot-Kommentare mit dem Wort "like"; die Benutzernamen wirkten generisch und enthielten ungewöhnliche Zahlen. Später verlagerte sich der Angriff zu massenhaftem Liken, was schwer zu entfernen ist. Sloboden Pechat sperrte das Profil vorübergehend; die Reichweite ging zurück, und das Medium erhielt über 999 Follow-Anfragen von verdächtigen Konten. Die Redaktion bat die Leserschaft, gezielt mit Beiträgen zu interagieren, um den Sichtbarkeitsverlust auszugleichen.

Der Cyber-Sicherheitsexperte Božidar Spirovski von BeyondMachines warnte, bezahlte Bot-Dienste seien weit verbreitet und schwer abzuwehren. Er betonte, dass Algorithmen solche Aktivitäten fälschlich als Eigenwerbung einstufen und Strafen auslösen können. Identität und Motive der Angreifer bleiben unbekannt; Plattformmaßnahmen und öffentliche Berichterstattung waren jedoch entscheidend, um den Schaden zu begrenzen. Plattformen sollten seiner Ansicht nach Verantwortung bei der Verhinderung solcher Missbräuche übernehmen.

Schwierige Wörter

  • operationgeplante, organisierte Aktion oder Maßnahme
    Bot-Operationen
  • ModerationssystemSoftware oder Regeln zur Kontrolle von Inhalten
    Moderationssystemen
  • unterdrückenkritische Meinungen oder Inhalte verhindern
  • Ansturmplötzlicher großer Zustrom von Personen oder Konten
  • Massensignalviele ähnliche Meldungen oder Hinweise gleichzeitig
    Massensignale
  • Sperrevorübergehendes Blockieren eines Kontos oder Zugangs
    Account-Sperren
  • identifizierenjemanden oder etwas feststellen oder erkennen
    identifiziert
  • ReichweiteAnzahl der Personen, die Beiträge sehen können
  • Missbrauchfalsche oder schädliche Nutzung eines Systems

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Maßnahmen sollten Plattformen Ihrer Meinung nach ergreifen, um solche Bot-Angriffe effektiver zu verhindern? Begründen Sie kurz.
  • Wie könnten Medien und Aktivistengruppen ihre Reichweite wiederherstellen, nachdem Bot-Angriffe ihre Sichtbarkeit reduziert haben? Nennen Sie zwei Strategien.
  • Welche Rolle spielt öffentliche Berichterstattung bei der Begrenzung von Schaden durch Online-Missbrauch? Welche Vor- und Nachteile sehen Sie?

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