China startet Kampagne gegen negative Online‑InhalteCEFR B2
6. Okt. 2025
Adaptiert nach Oiwan Lam, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Guang Yang, Unsplash
Am 22. September leitete Chinas Cyberspace Administration (CAC) eine zweimonatige Säuberungskampagne im Netz ein. Die Behörde will demnach Online‑Inhalte entfernen, die Gegnerschaft, Gewalt und «pessimistische und negative Stimmungen» fördern. Betroffen sind Beiträge in sozialen Medien, Video‑ und Live‑Streaming‑Plattformen, Hashtags, Kommentare, Trendthemen und Pinnwände; Plattformen nannten Weibo, Weixin, Xiaohongshu, Kuaishou, Douyin und Bilibili.
Die CAC listete viele konkrete Inhalte als problematisch, darunter Diskussionen über familiäre Traumata, Eltern, die über «undankbare Kinder» klagen, Gegnerschaft zwischen Männern und «materialistischen Frauen», Feindseligkeit von Frauen gegen «untreue Abschaummänner», Kritik an «unambitionierten jungen Leuten» und das Lächerlichmachen von «seltsamen Chefs». Die Kampagne zielt auch darauf ab, den «Verkauf» von Gegnerschaft und negativer Stimmung zu unterbinden.
Innerhalb einer Woche nach der Ankündigung sperrten Plattformen vier prominente Festland‑Influencer: Hu Chenfeng, Zhang Xuefeng, Lan Zhanfei und Fangzhang. Jeder hatte vor der Abschaltung Zehner Millionen Follower. Namentlich bekannte Fälle zeigen unterschiedliche Inhalte: Hu Chenfeng sprach über «The Social Underclass» und nannte Kriterien für Stadtwahl; Zhang Xuefeng verkaufte eine «Dream Card» für RMB 17,999; Lan Zhanfei wechselte von Gaming zu Reisevlogs und Fangzhang war wegen Cybermobbing in Konflikte verwickelt.
Die CAC warf zudem Trollgruppen Doxxing und koordinierte Belästigung vor; ein heimisches Medium beschrieb im Juli 2025 eine Cybermobbing‑Industrie mit hierarchischen Teams. Nach dem Tod des Schauspielers Yu Menglong am 11. September löschte Weibo zwischen dem 11. und 23. September über 100,000 Beiträge, entfernte mehr als 1,000 Konten und sperrte Kommentare bei über 15,000 Konten; die Polizei in Peking verhaftete drei Online‑Gerüchteverbreiter. Beobachter wie Simon Luo wiesen darauf hin, dass negative Stimmung aus realen sozioökonomischen Problemen rühre und ideologische Kontrolle wirtschaftliche oder arbeitsmarktbedingte Probleme nicht löse. Wie sich die Kampagne langfristig auf Debatten und die Stimmung junger Menschen auswirkt, bleibt unklar.
Schwierige Wörter
- säuberungskampagne — große, gezielte Aktion zur Entfernung von Inhalten
- gegnerschaft — starke Feindseligkeit oder Ablehnung gegenüber jemandem
- stimmung — Gefühl oder Atmosphäre in einer Gruppe oder PersonStimmungen
- doxxing — öffentliche Nennung privater Informationen von Personen
- cybermobbing — online gezielte Belästigung oder Schikanierung einer Person
- ideologische kontrolle — Macht, politische Meinungen und Gedanken zu steuern
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie könnte eine solche Säuberungskampagne langfristig die Debatten und die Stimmung junger Menschen beeinflussen? Begründe kurz.
- Beobachter sagen, negative Stimmung rühre aus sozioökonomischen Problemen. Glaubst du, dass Löschen von Online‑Inhalten diese Probleme löst? Warum (nicht)?
- Welche Risiken und Vorteile siehst du, wenn Plattformen Influencer sperren und viele Beiträge löschen?
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