Die Entstehung des Mondes geht auf eine frühe Kollision zurück, bei der ein großes Objekt Teile der Erde ins All schleuderte. Eine neue Studie von Forschenden der University of Chicago, des Max Planck Institute for Solar System Research und der University of Hong Kong liefert neue Hinweise zur Zusammensetzung dieses Objekts, das Theia genannt wird. Die Ergebnisse erschienen in Science.
Das Team untersuchte irdische Gesteine, sechs Mondproben von den Apollo-Missionen und verschiedene Meteoriten. Im Labor maßen die Forschenden präzise Eisen-Isotope und kombinierten diese Daten mit früheren Messungen für Chrom, Calcium, Titan, Molybdän und Zirkonium. Isotope dienen als Fingerabdrücke für den Entstehungsort von Material im frühen Sonnensystem.
Mit Modellen zur Bewegung von Metallen während der Planetenbildung und Simulationen testeten die Forschenden verschiedene Theia-Zusammensetzungen. Die Berechnungen sprechen dafür, dass Theia näher an der Sonne entstand und damit ein Nachbar der Erde war. Das hätte Folgen für die Zusammensetzung der heutigen Erdkruste und des Mantels.
Schwierige Wörter
- entstehung — Entwicklung oder Beginn von etwas, wie einem Himmelskörper
- kollision — Heftiges Zusammenstoßen von zwei Objekten
- isotop — Variante eines chemischen Elements mit anderer MasseIsotope, Eisen-Isotope
- zusammensetzung — Welche Stoffe in einem Objekt oder Material sindTheia-Zusammensetzungen
- simulation — Rechnung oder Modell zur Nachbildung eines ProzessesSimulationen
- mantel — Gesteinsschicht unter der Erdkruste und über dem KernMantels
- meteorit — Gesteins- oder Metallstück aus dem Weltraum auf der ErdeMeteoriten
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen könnte es haben, wenn Theia tatsächlich ein Nachbar der Erde war?
- Wie würden Sie erklären, warum Forschende Meteoriten und Mondproben vergleichen?
- Welche Frage zur Entstehung des Mondes fänden Sie noch spannend zu untersuchen?
Verwandte Artikel
Autorennennung verändert Bewertungen großer Sprachmodelle
Forscher der Universität Zürich zeigen, dass große Sprachmodelle einen Text anders bewerten, wenn ihnen der Autor genannt wird. Ohne Quellenangabe stimmen die Modelle über alle Themen zu über 90% überein; Nennung von Autorität enthüllt versteckte Vorurteile.
Neues biolumineszentes Werkzeug misst Aktivität in Gehirnzellen
Forscher entwickelten CaBLAM, ein biolumineszentes Molekül, das Aktivität in lebenden Gehirnzellen misst. Es erzeugt Licht in der Zelle, funktioniert bei Mäusen und Zebrafischen und erlaubt stundenlange Aufzeichnungen ohne äußere Beleuchtung.
Harze und Weinreste in Pompeji zeigen weiten Handel
Forscher analysierten Aschereste aus zwei Räuchergefäßen aus Pompeji und einer nahegelegenen Villa. Sie fanden regionale Pflanzen, ein exotisches Baumharz aus tropischen Regionen und ein Traubenprodukt, das auf rituellen Weingebrauch hinweist.