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Warum Robben ihre Stimme steuern können — Level B2 — a wolf is looking up at the sky

Warum Robben ihre Stimme steuern könnenCEFR B2

25. März 2026

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
264 Wörter

Neurowissenschaftler berichten neue Belege dafür, warum einige marine Raubtiere ihre Stimme bewusst steuern können. Die Studie, veröffentlicht in Science und geleitet von Forschenden der Emory University und des New College of Florida, verglich die neuronale Verkabelung bei Pinnipedien und Kojoten, um die Grundlage vokaler Flexibilität zu klären.

Die Forschenden nutzten Diffusions‑Magnetresonanztomographie an postmortalen Gehirnen. Gregory Berns und Peter Cook wandten die Methode an, um 15 Hirnregionen zu kartieren; die Diffusions‑MRT‑Methode für nicht‑lebende Gehirne stammt von Karla Miller an der University of Oxford. Die untersuchten Proben umfassten vier Kalifornische Seelöwen, vier Hafenrobben, drei Nordelefantenrobben und vier Kojoten, viele davon aus Rehabilitationszentren oder von Einrichtungen, in denen Tiere euthanasiert wurden.

Die Analyse zeigte einen klaren Unterschied: Bei Kojoten verbinden Pfade das Mittelhirn mit Hirnstammzellen, die die Stimmmuskulatur antreiben. Bei den Pinnipedien gibt es dagegen einen direkten Weg vom vokalen motorischen Kortex zum Hirnstamm, der das Mittelhirn umgeht. Diese Umgehung kann bewusste Kontrolle des Kehlkopfs und damit vokales Lernen erleichtern. Zudem fanden die Forschenden starke auditorisch‑vokale Verbindungen, besonders bei Hafen- und Nordelefantenrobben, sowie starke Thalamus‑Kortex‑Verknüpfungen, wie sie auch bei Papageien und Menschen vorkommen.

Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass die Umgehung entstand, als Robben präzise Kontrolle von Atmung und Schlucken für das Leben unter Wasser entwickelten. Cook sagte: „Wir haben ein ökologisches Rezept dafür entdeckt, wie ein Säugetier ein vokal flexibles Gehirn entwickeln könnte.“ Berns fügte hinzu, dass Vergleiche mit weiteren Arten helfen könnten, einen evolutionären Stammbaum für Sprache zu erstellen. Das Team plant ähnliche Studien an Walen, Delfinen und Schweinswalen.

  • 4 Kalifornische Seelöwen
  • 4 Hafenrobben
  • 3 Nordelefantenrobben
  • 4 Kojoten

Schwierige Wörter

  • neurowissenschaftlerForscher, die das Nervensystem und Gehirne untersuchen
  • diffusions‑magnetresonanztomographieMRT‑Methode, die Wassermolekülbewegung sichtbar macht
  • postmortalnach dem Tod, auf nicht‑lebende Proben bezogen
    postmortalen
  • flexibilitätFähigkeit, Laute oder Verhalten zu verändern
    vokaler Flexibilität
  • kortexTeil der Großhirnrinde, an Bewegungskontrolle beteiligt
    vokalen motorischen Kortex
  • hirnstammUnterer Teil des Gehirns, lebenswichtige Funktionen
  • umgehungein Weg, der eine andere Strecke direkt umgeht
  • verbindungVerknüpfung zwischen Gehirnregionen für Signale
    auditorisch‑vokale Verbindungen
  • verknüpfungBeziehung oder Verbindung zwischen zwei Gehirnteilen
    Thalamus‑Kortex‑Verknüpfungen

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche möglichen Folgen hätte bewusste Stimmkontrolle bei Meeressäugern für ihre Kommunikation oder ihr Lernen? Begründe kurz.
  • Welche ethischen Fragen können bei Studien an postmortalen Tieren aus Rehabilitationszentren entstehen? Nenne ein oder zwei Beispiele.
  • Wie könnten vergleichende Studien an Walen, Delfinen oder anderen Arten helfen, einen evolutionären Stammbaum für Sprache zu rekonstruieren?

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