LingVo.club
Level
Ungleiche Gesundheitsfolgen der Industriellen Revolution in England — Level B2 — smoke billows from the stacks of industrial buildings

Ungleiche Gesundheitsfolgen der Industriellen Revolution in EnglandCEFR B2

26. Dez. 2025

Adaptiert nach Diana Udel - U. Miami, Futurity CC BY 4.0

Foto von Vilmantas Bekesius, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
257 Wörter

Eine neue Studie in Science Advances zeigt, dass die Industrielle Revolution in England ungleichmäßige gesundheitliche Folgen hatte und dass das einfache Stadt‑gegen‑Land‑Modell nicht ausreicht. Forschende kombinierten historische Aufzeichnungen zu Geschlecht, Alter und Beruf mit Knochengeochemie und Isotopenanalyse, um lebenslange Kontakte zu Industrie­schadstoffen zu rekonstruieren.

Das Team von University of Miami, Ohio State University, Michigan State University und Smithsonian Institution untersuchte Skelettreste von 94 Individuen aus dem 18. und 19. Jahrhundert aus dem industriellen South Shields und dem ländlichen Barton‑upon‑Humber. Proben stammten vorwiegend von langen Knochen wie den Femora. Gemessen wurden Arsen, Barium und Blei, da sich diese Schwermetalle im Knochen ablagern und chronische Belastung markieren.

Die Ergebnisse zeigen ein breites Spektrum an Belastungen, das von lokaler Industrie, sozialem Kontext und individueller Identität geprägt ist. Besonders auffällig waren deutlich höhere Arsen‑ und Bariumkonzentrationen bei Frauen in South Shields im Vergleich zu Männern derselben Gemeinde und zu Frauen in Barton‑upon‑Humber.

Eine technische Herausforderung war, im Leben akkumulierte Metalle von postmortaler Kontamination zu unterscheiden. Ali Pourmand erklärte, das Team habe Pb‑ und Sr‑Isotopensignaturen im Bestattungsboden und im Knochen mit einem Multi‑Collector‑Massenspektrometer im Neptune Isotope Lab verglichen. Die unterschiedlichen isotopenchemischen Zusammensetzungen stützen die Schlussfolgerung, dass die gemessenen Schwermetalle tatsächliche Lebensexposition widerspiegeln.

Die Erstautorin Sara McGuire betonte, die Forschung könne helfen, vergangene Ungerechtigkeiten aufzudecken und Politik zu informieren, die verletzliche Bevölkerungsgruppen schützt. Die Studie unterstreicht den Wert bioarchäologischer Daten, um zu verstehen, wie industrielle Veränderungen Gesundheit geprägt haben. Die Forschung wurde teilweise über das Neptune Isotope Lab an der Rosenstiel School finanziert.

Schwierige Wörter

  • ungleichmäßignicht gleich verteilt; mit Unterschieden zwischen Gruppen
    ungleichmäßige
  • knochengeochemiechemische Zusammensetzung und Spuren in Knochen
  • isotopenanalyseUntersuchung unterschiedlicher Atomvarianten im Material
  • schwermetallMetall, das in kleinen Mengen giftig sein kann
    Schwermetalle
  • postmortalnach dem Tod entstanden oder in Körper eingedrungen
    postmortaler
  • isotopensignaturcharakteristische chemische Zusammensetzung eines Materials
    Isotopensignaturen
  • lebensexpositionlangfristige Einwirkung von Schadstoffen im Leben
  • bioarchäologischauf biologische Funde in archäologischen Kontexten bezogen
    bioarchäologischer

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Warum reicht nach dem Text das einfache Stadt‑gegen‑Land‑Modell nicht aus, um gesundheitliche Folgen der Industriellen Revolution zu erklären?
  • Welche Faktoren neben der geografischen Lage nennt die Studie als Ursache für unterschiedliche Belastungen?
  • Wie könnten die in der Studie genutzten bioarchäologischen Daten heutige Politik oder Schutzmaßnahmen für verletzliche Gruppen beeinflussen?

Verwandte Artikel