Großer Ölaustritt in Esmeraldas verschmutzt Flüsse und KüsteCEFR B2
27. Okt. 2025
Adaptiert nach Latin America Bureau, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Alexander Van Steenberge, Unsplash
Im März 2025 traf ein großer Ölaustritt die Provinz Esmeraldas. Anwohner bemerkten gegen 8:30 Uhr abends einen starken Dieselgeruch; der lokale Führer Alejandro Bone und Nachbarn folgten dem Fluss Caple und fanden schwarzes Wasser. An der beschädigten Pipeline schoss eine Ölfontäne nahezu 17 Meter hoch. Das Öl schwamm mehr als 80 km flussabwärts bis in den Pazifik und verschmutzte mindestens neun Strände, von denen drei geschlossen wurden. Kleine Nebenflüsse wie der Viche und der Caple wurden anoxisch, was zum Sterben von Fischen und anderem Wasserleben führte.
Ein Bericht der Vereinten Nationen stellte fest, dass mehr als 300 Hektar landwirtschaftliche Flächen betroffen waren, rund 60 Hektar gingen völlig verloren, und über 4,500 Fischer sahen ihre wichtigste Einkommensquelle verschwinden. Das Esmeraldas River Estuary Mangrove Wildlife Refuge mit 242 Hectare Mangroven wurde von Öl überzogen; Mangrovenvegetation und Tiere wie der Südamerikanische Nasenbär (Nasua nasua) und die blaue Landkrabbe (Cardisoma crassum) wurden geschädigt.
Bei der Menge des ausgelaufenen Öls gab es widersprüchliche Angaben: der Energieminister nannte zuerst 4,000 Barrel, später sprach Petroecuador von näher bei 25,000 Barrel, und die Zahlen wurden erneut angepasst. Ausgenommen das Leck vom 13. März wurden zuvor in der Provinz mehr als 138,000 Barrel freigesetzt; 1998 liefen fast 44,000 Barrel aus dem Balao Maritime Terminal. Ein Barrel enthält fast 160 Liter Öl. Petroecuador bestätigte später, dass der Bruch auf einen Erdrutsch folgte, veröffentlichte aber keinen öffentlichen technischen Bericht.
Lokale Netzwerke und Universitäten reagierten rasch: SOS Esmeraldas eröffnete sieben Sammelstellen in Städten wie Riobamba, Cuenca, Esmeraldas, Quinindé und Quito. Koordinatoren schickten mehrere Lkw-Lieferungen, darunter einen 24-ton Lkw aus Riobamba; fünf größere Sendungen erreichten die betroffenen Gebiete und in ländlichen Schulen wurden Wasserspender aufgestellt. Forscher und Studierende der PUCESE entnahmen Wasserproben ohne Genehmigung und fanden polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe wie Phenanthren und Anthracen in isolierten Ästuaren. LABCESTTA analysierte Proben, die mehr als 10 Tage nach dem Austritt genommen wurden, und meldete keine Spuren von Kontamination. Wissenschaftler warnten jedoch, dass verzögerte Probenahmen falsch negative Ergebnisse liefern können, und sagten, Ecuador fehle die Laborkapazität, diese Verbindungen in Fischen und Sedimenten nachzuweisen. Die Behörden erließen keine Gesundheitswarnungen, obwohl Projektionen nahelegten, dass Auswirkungen in kleinen Flüssen bis zu drei Jahre andauern könnten.
Schwierige Wörter
- ölaustritt — unbeabsichtigtes Ausströmen von Öl in die Umwelt
- anoxisch — ohne Sauerstoff im Wasser schadet Tieren
- leck — Öffnung oder Beschädigung, durch die Flüssigkeit entweicht
- erdrutsch — plötzliche Bewegung von Erde an einem Hang
- polycyclische aromatische kohlenwasserstoffe — chemische Verbindungen, oft in Öl und Verbrennungsprodukten
- mangrove — Bäume und Sträucher in salzigem KüstenwasserMangroven, Mangrovenvegetation
- laborkapazität — Fähigkeit von Laboren, Tests und Analysen durchzuführen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche kurzfristigen und langfristigen Folgen kann die Verschmutzung von Mangroven für lokale Gemeinden haben? Nenne Gründe.
- Welche Rolle spielten lokale Netzwerke und Universitäten bei der Reaktion, und welche Grenzen zeigt der Text?
- Welche Maßnahmen sollte die Regierung aus dem Artikel folgend verbessern, um Gesundheit und Umwelt besser zu schützen?
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