Ein UN-verbundener Bericht von WHO und UNICEF warnt, dass aggressive Werbung für pulverförmige Säuglingsanfangsnahrung die Gesundheit von Kindern in Ländern mit mittlerem und unterem mittlerem Einkommen schädigt. Die Autoren schätzen, dass durch mehr Stillen viele Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren und Brustkrebstodesfälle bei Müttern verhindert werden könnten.
Die Analyse befragte 8.500 Eltern und Schwangere sowie 300 Gesundheitsfachkräfte in städtischen Gebieten in acht Ländern. Sie fand, dass Werbung und Empfehlungen von Fachkräften das Verhalten stark beeinflussen. In Nigeria und Bangladesch berichteten viele Frauen, dass Fachkräfte Formula empfohlen hätten.
Der Bericht kritisiert digitale Werbung, gesponserte Beratungen und Anreize für Mitarbeitende im Gesundheitswesen. Er fordert stärkere Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung des ausschließlichen Stillens für Babys unter sechs Monaten. Das Unternehmen Nestle kündigte an, die Vermarktung für Babys unter sechs Monaten zum Jahresende einzustellen.
Schwierige Wörter
- werbung — öffentliche Mitteilung, um ein Produkt zu verkaufen
- säuglingsanfangsnahrung — industriell hergestellte Nahrung für Babys
- schädigen — einen negativen Effekt auf Gesundheit habenschädigt
- stillen — Ernährung eines Babys mit MuttermilchStillens
- gesundheitsfachkraft — Personen mit medizinischer Ausbildung in GesundheitseinrichtungenGesundheitsfachkräfte
- anreiz — etwas, das Menschen motiviert zu handelnAnreize
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach das Stillen in den ersten sechs Monaten? Begründen Sie kurz.
- Welche Maßnahmen könnten Ihrer Meinung nach helfen, Werbung für Säuglingsanfangsnahrung zu reduzieren? Geben Sie ein oder zwei Beispiele.
- Wie können Gesundheitsfachkräfte Eltern Ihrer Ansicht nach besser unterstützen beim Stillen?
Verwandte Artikel
Afrika fordert mehr regionale Kontrolle für Gesundheitsforschung
Sinkende Entwicklungshilfe und hohe Krankheitslast treiben afrikanische Forschende zu mehr regionaler Kontrolle über Gesundheitsforschung und -entwicklung. Beispiele aus mehreren Ländern und ein WHO-Treffen in Lusaka zeigen den Wunsch nach lokaler Produktion und politischer Unterstützung.
Neue Plattform überwacht Dengue in 88 Ländern
Die Plattform Global Dengue Observatory verfolgt monatlich Dengue-Trends in 88 Ländern. Sie nutzt Daten von WHO und OpenDengue, korrigiert Meldeverzögerungen und gibt Forschern, Politikern und der Öffentlichkeit einen globalen Überblick.
Wie Chemotherapie das Immunsystem gegen Krebs aktiviert
Forscher fanden, dass ein Wirkstoff Krebszellen so verändert, dass das angeborene Immunsystem sie wie virusinfizierte Zellen angreift. Das Phänomen der «viralen Mimikry» könnte den Einsatz von Chemotherapie und Immuntherapie verändern.
Guter Schlaf schützt Kinder in einkommensschwachen Familien
Eine Studie zeigt, dass besserer Schlaf Kinder vor suizidalen Gedanken schützen kann, besonders in Familien mit geringem Einkommen. Forschende verbinden Armut, Schlafprobleme und Gehirnvernetzung als möglichen Schutzfaktor.
Leben in Städten offenbar mit etwas weniger Schlaganfällen verbunden
Eine US-Studie mit mehr als 25.000 Erwachsenen fand ein um 2,5% geringeres Risiko für einen ersten Schlaganfall in stärker entwickelten Gebieten. Die Forschenden wollen nun klären, welche Umgebungsmerkmale dafür verantwortlich sind.