Eine in Alzheimer’s & Dementia veröffentlichte Studie untersuchte Zusammenhänge zwischen verbreiteten Schlafgewohnheiten und Markern der Hirnalterung. Die Forschenden kombinierten Fragebogenangaben und vorhandene MRT-Scans von mehr als 23.000 Menschen mittleren und höheren Alters; die Basisbefragung fand zwischen 2006 und 2010 statt und die bildgebenden Untersuchungen folgten etwa neun Jahre später. Gemessen wurde das Volumen weißer Substanzläsionen, also Bereiche mit altersassoziierten Hirnschäden, die mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung stehen.
Ursprünglich waren alle fünf erfassten Schlafverhalten – Schlafdauer, Tagschlaf/Nickerchen, Schlaflosigkeit, unbeabsichtigtes Einschlafen am Tag und Schnarchen – mit größeren Läsionsvolumen assoziiert. Nach statistischer Anpassung für Gefäßgesundheit und Lebensstilfaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel blieben drei Verhaltensweisen deutlich mit größeren Läsionsvolumen verknüpft: Schlafen außerhalb des empfohlenen Bereichs von sieben bis neun Stunden, häufige Tagesschläfchen und Schlaflosigkeit. Schnarchen und unbeabsichtigtes Einschlafen am Tag zeigten nach diesen Anpassungen keine klaren Zusammenhänge mehr.
Eine Nachanalyse ergab, dass weniger als sieben Stunden Schlaf mit erhöhtem Läsionsvolumen verbunden war; für längere Schlafdauern wurden keine stärkeren Effekte gefunden, wobei die Forschenden weitere Untersuchungen in Gruppen mit mehr Langschläfern für notwendig halten. Madeline Ally, Erstautorin, betont die Komplexität des Schlafs, und Seniorautor Gene Alexander weist darauf hin, dass der Fragebogen Länge und Zeitpunkt von Nickerchen nicht erfasste. Sie schlagen vor, künftig zu prüfen, ob kurze gelegentliche Nickerchen das Gehirn anders beeinflussen als längere, häufige Nickerchen.
Alexander hebt hervor, dass die drei verbundenen Verhaltensweisen eine wichtige Gemeinsamkeit haben: Sie sind veränderbar. Demnach könnte eine Verbesserung der Schlafqualität helfen, die Auswirkungen der Hirnalterung zu verringern und möglicherweise das Risiko für Demenzen wie Alzheimer zu senken.
Schwierige Wörter
- Läsionsvolumen — Volumen von Läsionen im Gehirn
- Substanzläsion — Schaden in der weißen GehirnsubstanzSubstanzläsionen
- Anpassung — statistische Berücksichtigung anderer Faktoren bei Auswertung
- Gefäßgesundheit — Zustand der Blutgefäße im Körper
- verknüpfen — einen Zusammenhang zwischen Dingen herstellenverknüpft
- Tagesschläfchen — kurzer Schlaf am Tag zur Erholung
- veränderbar — so, dass man es ändern kann
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche konkreten Veränderungen des Schlafverhaltens würden Sie empfehlen, wenn man das Risiko für Hirnschäden verringern möchte? Begründen Sie kurz.
- Welche weiteren Studien oder Daten wären Ihrer Meinung nach nötig, um festzustellen, ob schlechter Schlaf tatsächlich Hirnalterung verursacht?
- Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach objektive Messungen (z. B. MRT, Schlaftracker) gegenüber Fragebögen bei der Erforschung von Schlaf und Gehirn? Erklären Sie kurz.
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