Die Forschung, veröffentlicht im Journal of Applied Psychology, zeigt, dass die Einrahmung (Framing) von Arbeitsproblemen das Auftreten von "employee voice" beeinflusst. Das Team, geleitet von Jeffery Thomas und Jonathan Booth und mit Beteiligung von Mark Bolino und Phil Thompson, analysierte Daten von fast 2.000 Personen aus drei Studien: mit Vollzeitbeschäftigten, MBA‑Studierenden und echten Mitarbeiter‑Vorgesetzten‑Paaren aus drei Branchen.
Methodisch verwendeten die Studien verschiedene Szenarien: In Studie 1 stellten Teilnehmende ein reales Problem vor und wurden zufällig gebeten, über potenzielle Verluste oder potenzielle Gewinne zu schreiben. Studie 2 nutzte eine fiktive Leistungsbeurteilung mit individueller oder Team‑Bedrohung. Studie 3 arbeitete mit realen Paaren, wobei Beschäftigte Probleme berichteten und Vorgesetzte die Häufigkeit von Vorschlägen bewerteten.
Die Befunde sind deutlich: Bei Fokus auf Verluste stieg die Gesprächsbereitschaft in Studie 1 um 16%, in Studie 2 um 35% und in Studie 3 sprachen Beschäftigte 8–10 Mal häufiger, wenn ein kollektiver Verlust möglich schien. Praktisch heißt das: Führungskräfte, die Probleme als das darstellen, was gemeinsam verloren gehen könnte, können die Motivation der Beschäftigten erhöhen, Vorschläge zu machen.
Schwierige Wörter
- einrahmung — Art, wie ein Problem dargestellt oder präsentiert wird
- gesprächsbereitschaft — Bereitschaft von Beschäftigten, Probleme zu besprechen
- leistungsbeurteilung — Bewertung der Arbeit oder Leistung einer Person
- bedrohung — Gefahr oder Risiko, das Unsicherheit erzeugt
- vorgesetzte — Person, die Mitarbeiter führt oder anleitet
- szenario — Beschriebene Situation, die als Beispiel dientSzenarien
- kollektiv — gemeinsam, von einer Gruppe geteilt oder betroffenkollektiver
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vorteile und möglichen Nachteile sehen Sie, wenn Führungskräfte Probleme als gemeinsamen Verlust darstellen?
- Wie könnten Führungskräfte in Ihrem Umfeld das Ergebnis nutzen, ohne Mitarbeitende zu ängstigen?
- Glauben Sie, dass diese Befunde in allen Branchen gleich gelten würden? Warum oder warum nicht?
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