Ein Forschungsteam der University of Washington untersuchte ein Fossil aus Baja California, das 2009 entdeckt wurde. Die Forschenden bargen unter anderem Zähne, einen Schädel, Kieferteile, einen Oberschenkelknochen und eine Elle. Anhand dieser Funde konnten sie eine bislang unbekannte Art identifizieren.
Die neue Art heißt Cimolodon desosai und war ungefähr so groß wie ein Goldhamster. Nach Analyse der Zähne und des Schädels ordnen die Autorinnen und Autoren die Art der Gattung Cimolodon und der Gruppe Multituberculata zu. Diese Gruppe tauchte bereits im Jura auf und existierte über hundert Millionen Jahre.
Für die Studie nutzte das Team digitale Bildgebung und Mikro-CT, um hochauflösende Bilder zu erstellen und die Zähne mit verwandten Arten zu vergleichen. Gregory Wilson Mantilla erklärt, dass Arten aus so ferner Zeit vor allem anhand ihrer Zahnmerkmale beschrieben werden. Die Arbeit erschien im Journal of Vertebrate Paleontology und hatte Koautoren von der UW und der Universidad Nacional Autónoma de México.
Schwierige Wörter
- forschungsteam — Gruppe von Menschen, die wissenschaftlich an Projekten arbeiten
- fossil — Überreste von Pflanzen oder Tieren aus der Vergangenheit
- zahn — harte Teile im Mund von Säugetieren zum KauenZähne
- oberschenkelknochen — Knochen im oberen Teil des Beins
- bildgebung — Erstellung von Bildern für wissenschaftliche Untersuchungen
- zahnmerkmal — besondere Form oder Struktur eines ZahnsZahnmerkmale
- identifizieren — etwas genau bestimmen, was es ist
- gattung — wissenschaftliche Gruppe, die ähnliche Arten enthält
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum werden Arten aus ferner Zeit oft anhand von Zahnmerkmalen beschrieben?
- Welche Vorteile hat digitale Bildgebung und Mikro-CT bei der Untersuchung von Fossilien?
- Warum ist internationale Zusammenarbeit zwischen Universitäten bei solchen Studien nützlich?
Verwandte Artikel
Metaboliten in Millionen Jahre alten Fossilien
Forschende extrahierten zum ersten Mal stoffwechselbezogene Moleküle aus fossilen Knochen im Alter von 1,3 bis 3 Millionen Jahren. Die Analysen zeigen Informationen zu Tieren, ihrer Nahrung und deuten auf damals wärmeres, feuchteres Klima hin.
Pterosaurier: Das Fliegen entstand sehr schnell
Neue Forschung mit Computertomografie zeigt, dass Pterosaurier die Flugfähigkeit rasch bei ihrem Ursprung entwickelten. Forscher verglichen Gehirnformen, besonders den Sehknoten, mit einem nahen, flugunfähigen Verwandten aus der Trias.
Wie Spitzmäuse im Winter ihr Gehirn verkleinern
Zwei neue Studien erklären das Dehnel-Phänomen bei der Eurasischen Spitzmaus (Sorex araneus): Gehirn und Organe schrumpfen im Winter, um Energie zu sparen, und wachsen im Frühling wieder. Forscher verknüpfen Genaktivität und Genomstruktur.
Alter entscheidet über Überleben von Haien und Rochen
Eine Analyse von Fossilien über 145 Millionen Jahre zeigt: junge Hai- und Rochenarten sterben häufiger aus als ältere. Die Forschenden fanden wiederkehrende Muster und warnen, dass heutige Arten zusätzlich durch den Menschen bedroht sind.