Der Text von Artur Ferreira und Amanda Oliveira, erstmals veröffentlicht am 30. Mai 2025 auf Agência Mural, schildert, wie Romni in den Randbezirken der Metropolregion São Paulo um Anerkennung, Sichtbarkeit und Zugang zu Dienstleistungen kämpfen. Offizielle Schätzungen des IBGE nennen 800.000 bis eine Million Romnija in Brasilien; Gemeinschaftsführungen halten die Zahl für höher. Ohne offizielle Daten sei die Ausarbeitung geeigneter öffentlicher Politiken schwieriger, sagen sie.
Im Itaim Paulista, am östlichen Stadtrand, leben etwa 250 Menschen in einem der ältesten Romni-Camps. Magda Santos, 32, wohnt seit acht Jahren mit ihrem Mann und zwei Kindern im Camp und berichtet, sie sei durch Heirat Romni geworden. Die Mehrheit in den Peripherien gehört der Ethnie Calon an; weitere Gruppen in Brasilien sind Roma und Sinti. Nicolas Ramanush, 64, Präsident der NGO Romani Embassy of Brazil in Santo André, betont, dass jede Ethnie eigene Bräuche hat und erinnert daran, dass viele Romni während des Holocaust getötet wurden.
Das Leben in Zelten aus Segeltuch und ohne feste Adresse führt zu konkreten Nachteilen: Kinder haben häufig Probleme in der Schule, Familien stoßen auf Barrieren beim Zugang zu Gesundheitsleistungen, und strukturelle Stadtprobleme wie Überschwemmungen treffen die Gemeinschaften besonders hart. Im Februar 2025 führten Überschwemmungen im Gebiet Jardim Pantanal zu mehreren Tagen unter Wasser, beschädigten Zelten und fehlendem Trinkwasser; Nachbarinnen und Nachbarn halfen in der Not. Romni-Aktivistinnen und -Aktivisten unterstützen das Gesetzesvorhaben Bill 3547 von 2015 des Abgeordneten Helder Salomão (PT), das Unterricht zu romnischer Kultur und Geschichte vorschreiben würde, doch der Entwurf hat nur geringe Fortschritte gemacht. Befragte nennen mehr Sichtbarkeit und offizielle Anerkennung als wesentliche Schritte, um Vorurteile zu verringern und den Zugang zu Rechten zu verbessern.
Schwierige Wörter
- randbezirk — Stadtteil am äußeren Rand einer StadtRandbezirken
- anerkennung — offizielle Bestätigung oder gesellschaftliche Akzeptanz
- sichtbarkeit — dass etwas wahrgenommen oder gesehen wird
- zugang — Möglichkeit, eine Dienstleistung oder Ort zu nutzen
- gemeinschaftsführung — Personen, die eine Gemeinschaft vertreten und führenGemeinschaftsführungen
- ethnie — Gruppe mit gemeinsamer Herkunft und Kultur
- überschwemmung — wenn Wasser große Gebiete bedecktÜberschwemmungen
- gesetzesvorhaben — Entwurf für ein neues Gesetz im Parlament
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Diskussionsfragen
- Welche konkreten Maßnahmen könnten Städte ergreifen, um den Zugang zu Gesundheitsleistungen und Bildung für Romni in den Peripherien zu verbessern? Nennen Sie zwei Beispiele und begründen Sie kurz.
- Warum ist offizielle Anerkennung laut Text wichtig für die Romni-Gemeinschaft? Antworten Sie mit Bezug auf Vorurteile und Rechte.
- Der Text erwähnt Überschwemmungen und Nachbarschaftshilfe. Wie könnten bessere städtische Infrastrukturen die Situation bei solchen Katastrophen verändern?
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