Die Protestbewegung in Georgien dauerte von November 2024 bis November 2025 und begann nach den umstrittenen Wahlen im Oktober 2024 sowie der Entscheidung der Regierung, den EU-Integrationsprozess auszusetzen. Tausende versammelten sich täglich auf der Rustaveli Avenue, etwa 1,5 Kilometer vom Freedom Square entfernt, um europäische Bestrebungen zu verteidigen und die Politik der Regierungspartei Georgian Dream abzulehnen.
Im November 2024 eskalierten die Demonstrationen: Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer, Tränengas und Pfefferspray ein, während Protestierende Feuerwerk nutzten und es zu nächtlichen Auseinandersetzungen kam. Polizeigewalt traf Dutzende Medienmitarbeiter; der Journalist Guram Rogava erlitt lebensgefährliche Verletzungen. In den ersten zwei Dezemberwochen wurden mehr als 450 Menschen festgenommen.
Im Verlauf von 2025 passten Demonstrierende ihre Taktiken an: Schutzkleidung, das Unscharfmachen von Tränengasbehältern, verbotene Gesichtsmasken und thematische Märsche gehörten dazu. Die Behörden reagierten mit Verboten und Gesetzesverschärfungen sowie mit starken Polizeimaßnahmen und Razzien in Privatwohnungen. Die Regierung schränkte Auslandsförderungen und politische Spenden ein und brachte neue Gesetze auf den Weg.
Zu den Maßnahmen der Regierung und Folgen gehören unter anderem:
- Gesetze nach dem Vorbild eines FARA-ähnlichen Gesetzes;
- Verbote für Rundfunkanstalten mit ausländischer Finanzierung;
- Erhöhte Bußgelder und Strafbestimmungen für Straßenblockaden;
- Razzien und gerichtliche Verfahren gegen Organisatoren und Teilnehmende.
Gerichte verhängten Haft- und Geldstrafen; die Journalistin Mzia Amaghlobeli erhielt eine zweijährige Haftstrafe, und einige Angeklagte wurden von schweren Drogenvorwürfen freigesprochen. Im November 2025 erhoben Behörden umfangreiche Anklagen gegen führende Oppositionspolitiker, darunter Vorwürfe von Putschplänen mit möglichen Strafen bis zu 15 Jahren. Am Jahrestag waren die Menschenmengen kleiner, doch täglich protestierten weiterhin Hunderte, manchmal Tausende, während die Polizei Masseneinsätze, Straßensperren und Festnahmen verstärkte. Am 25. November ketteten sich mehrere Protestierende aneinander, um eine Festnahme zu erschweren. Es bleibt unklar, wie lange die Bewegung andauern wird.
Schwierige Wörter
- eskalieren — stärker oder gefährlicher werden, besonders Konflikteeskalierten
- sicherheitskraft — Person, die für Schutz und Ordnung zuständig istSicherheitskräfte
- wasserwerfer — Fahrzeug, das Wasser zur Kontrolle von Menschenmengen sprüht
- tränengas — Reizstoff, der Augen und Atemwege reiztTränengasbehältern
- polizeigewalt — Gewalt, die von der Polizei gegen Menschen ausgeübt wird
- razzia — polizeiliche Durchsuchung an bestimmten OrtenRazzien
- haftstrafe — Gerichtliche Strafe, bei der Freiheitsentzug erfolgt
- verbot — offizielle Regel, die eine Handlung untersagtVerbote
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Auswirkungen könnten die im Text genannten Gesetze und Einschränkungen auf die freie Presse in Georgien haben? Begründen Sie Ihre Meinung.
- Die Demonstrierenden passten ihre Taktiken an (z. B. Schutzkleidung, thematische Märsche). Welche Vor- und Nachteile haben solche Änderungen für eine Protestbewegung?
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