Viralvideo aus Addis Abeba zeigt neue BoulevardstraßeCEFR B2
11. März 2026
Adaptiert nach Guest Contributor, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Moti Abebe, Unsplash
Nach dem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am 17. Februar verbreitete sich ein Video seines Konvois auf einer neu fertiggestellten Boulevardstraße binnen eines Tages viral und erhielt mehr als fünf Millionen Aufrufe. Solche visuellen Clips — ähnlich dem Livestream des US-Influencers Darren Watkins Jr. (IshowSpeed), der an einem Tag 10 Millionen Aufrufe erzielte — haben die Debatte über Addis Abebas jüngste Stadterneuerung neu entfacht.
Im Zentrum steht das Corridor-Entwicklungsprojekt, das Infrastruktur, Wohnraum und öffentliche Räume verbessern will. In den letzten drei Jahren wurden Fußwege, Fahrradspuren, Grünflächen, auffällige Straßenbeleuchtung und ein Flussuferprojekt ergänzt. Staatliche Kanäle des Premierministers und der Stadtverwaltung veröffentlichen auf X und TikTok hochproduzierte Videos und Drohnenaufnahmen. Auch internationale und lokale Influencer wie IshowSpeed und Wode Maya verbreiten solche Bilder.
Kritiker heben dagegen Zwangsräumungen, die Auslöschung kulturellen Erbes und fehlende Transparenz hervor. Zugleich stehen Teile des Landes vor tiefen Problemen: Bürgerkriege, Gebiete außerhalb staatlicher Kontrolle, 4.5 million Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben, und 10 million Menschen benötigen 2025 humanitäre Hilfe; 9 million schulpflichtige Kinder sind nicht in der Schule. In diesem Kontext können ästhetische Bilder offizielle Legitimität stärken und zugleich breitere soziale und humanitäre Probleme verschleiern.