Ein Forschungsteam untersuchte die Stimmapparatur, klinische Befunde und Tonaufnahmen von Pferden, um zu klären, wie das komplexe Wiehern entsteht. Bei großen Säugetieren erwartet man normalerweise nur tiefere Töne, weshalb die hohe Komponente lange rätselhaft blieb.
Die Forschenden stellten fest, dass die tiefe Frequenz durch die Schwingung der Stimmlippen erzeugt wird, also durch denselben Mechanismus wie beim Gesang des Menschen. Die hochfrequente Komponente geht dagegen auf einen laryngealen Pfeifton zurück, der im Inneren des Kehlkopfes gebildet wird.
Um den Mechanismus zu überprüfen, bliesen die Wissenschaftler Luft durch Kehlköpfe verstorbener Pferde und wechselten das Gas zwischen Luft und Helium. Wie vorhergesagt stieg der hohe Teil des Wieherns bei Helium in der Tonhöhe, während die tiefe Frequenz unverändert blieb. Die Studie schlägt vor, dass Biphonation Pferden erlaubt, mehrere Botschaften gleichzeitig zu senden.
Schwierige Wörter
- stimmapparatur — Organsystem für Klangbildung und Stimme
- frequenz — Anzahl der Schwingungen pro Sekunde
- stimmlippe — Gewebestreifen im Kehlkopf, die schwingenStimmlippen
- kehlkopf — Teil des Halses mit Stimmapparatur und StimmeKehlkopfes, Kehlköpfe
- biphonation — Gleichzeitige Erzeugung von zwei Tonhöhen
- pfeifton — hoher Ton, der durch Luft im Kehlkopf entsteht
- helium — leichtes Gas, das Töne in Tonhöhe verändert
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum könnte es für Pferde nützlich sein, mehrere Botschaften gleichzeitig zu senden?
- Hast du ein Beispiel aus dem Alltag, wo zwei Töne gleichzeitig verschiedene Informationen geben? Beschreibe kurz.
- Nenne zwei Schritte des Experiments, mit dem die Forschenden den Mechanismus überprüften.
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