Eine neue Studie, veröffentlicht in The American Journal of Psychiatry, berichtet über eine geringere Verfügbarkeit des metabotropen Glutamatrezeptors 5 (mGlu5) im Gehirn erwachsener Menschen mit Autismus. Die Forschenden verglichen 16 autistische mit 16 neurotypischen Teilnehmenden. PET-Scans lieferten molekulare Informationen zur Rezeptorverfügbarkeit, MRI zeigte die Gehirnanatomie.
Fünfzehn autistische Teilnehmende erhielten zusätzlich EEG-Messungen; die elektrische Hirnaktivität korrelierte mit den niedrigeren mGlu5-Werten. Diese Befunde stützen die führende Theorie, dass ein Ungleichgewicht zwischen erregenden (Glutamat) und hemmenden Signalen vielen Unterschieden im Autismus zugrunde liegen könnte. PET-Scans können eine molekulare Karte des Glutamatsystems erstellen.
Die Forschenden, darunter James McPartland von der Yale School of Medicine, David Matuskey (Co-Leiter) und Adam Naples (Erstautor), betonen klinische Möglichkeiten und Grenzen. PET ist teuer und mit Strahlung verbunden, daher könnte EEG eine zugänglichere Alternative sein, um erregende Funktionen zu untersuchen. Es gibt derzeit keine Medikamente, die die Kernschwierigkeiten des Autismus behandeln; das Anvisieren von mGlu5 könnte künftige Therapien leiten.
- Studien beschränkten sich auf Erwachsene.
- Unklar bleibt, ob niedrigere mGlu5-Werte Ursache oder Folge sind.
- Alle Teilnehmenden hatten durchschnittliche oder überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten.
- Das Team entwickelt PET-Verfahren mit geringerem Strahlungsaufwand und plant Studien bei Kindern und Jugendlichen sowie inklusive Ansätze für Menschen mit geistiger Behinderung.
Schwierige Wörter
- rezeptor — Eiweiß im Gehirn, das Signale empfängtGlutamatrezeptors
- verfügbarkeit — Wie leicht etwas vorhanden oder nutzbar ist
- glutamat — Wichtiger erregender Botenstoff im zentralen Nervensystem
- korrelieren — mit etwas zusammenhängen oder gleichzeitig auftretenkorrelierte
- ungleichgewicht — Mangelnde Balance zwischen zwei Kräften oder Prozessen
- erregend — aktivierend, die Nervenzellen stärker aktiv machterregenden
- hemmend — dämpfend, die Aktivität von Nervenzellen reduzierthemmenden
- strahlung — Energiemenge, die von einer Quelle ausgesendet wird
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Diskussionsfragen
- Die Studie nennt, dass unklar ist, ob niedrigere mGlu5-Werte Ursache oder Folge sind. Welche Studien würden Ihrer Meinung nach helfen, diese Frage zu klären?
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn Forschende PET-Scans statt EEG in Studien verwenden?
- Wie wichtig ist es, dass zukünftige Studien auch Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung einbeziehen, und warum?
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