Wissenschaftler untersuchten erwachsene Menschen mit Autismus und verglichen sie mit neurotypischen Erwachsenen. Sie fanden im Gehirn eine geringere Verfügbarkeit des metabotropen Glutamatrezeptors 5 (mGlu5). Das Ergebnis passt zu der Idee eines Erregungs-Hemmungs-Ungleichgewichts im Gehirn.
Die Forschenden nutzten PET und MRI, um molekulare Informationen und Anatomie zu erhalten. Außerdem machten sie Messungen der elektrischen Hirnaktivität mit EEG. Die EEG-Werte standen mit niedrigeren mGlu5-Werten in Verbindung. PET ist aber teuer und verbunden mit Strahlung, EEG ist günstiger.
Die Studie könnte Diagnostik und Behandlung beeinflussen, hat aber Grenzen: Sie untersuchte nur Erwachsene und die Teilnehmenden hatten durchschnittliche oder höhere kognitive Fähigkeiten. Weitere Studien sind geplant.
Schwierige Wörter
- glutamatrezeptor — Rezeptor im Gehirn für den Botenstoff GlutamatGlutamatrezeptors
- erregungs-hemmungs-ungleichgewicht — Zu viel Erregung oder zu viel Hemmung im GehirnErregungs-Hemmungs-Ungleichgewichts
- verfügbarkeit — Wie viel von etwas vorhanden oder nutzbar ist
- neurotypisch — Mit normaler Gehirnentwicklung und typischem Verhaltenneurotypischen
- diagnostik — Untersuchungen, um eine Krankheit zu erkennen
- hirnaktivität — Elektrische Signale im Gehirn bei Aktivität
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Diskussionsfragen
- Warum sind nach dieser Studie weitere Untersuchungen wichtig?
- Welche Vorteile hat Ihrer Meinung nach EEG für Patientinnen und Patienten?
- Wie könnte Forschung Diagnose oder Behandlung bei Autismus verändern?
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