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KI und Ungleichheit zwischen Globalem Norden und Globalem Süden — Level B2 — Lionel Pincus and Princess Firyal Map Division, The New York Public Library. "New World, or, Western Hemisphere ; Old World, or, Eastern Hemisphere." The New York Public Library Digital Collections. 1790. https://digitalcollections.nypl.org/items/510d47db-b1f8-a3d9-e040-e00a18064a99

KI und Ungleichheit zwischen Globalem Norden und Globalem SüdenCEFR B2

7. Nov. 2025

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
6 Min
338 Wörter

Künstliche Intelligenz verändert wirtschaftliche Machtverhältnisse, doch die Vorteile sind nicht gleich verteilt. Die Debatte um KI‑Governance trennt häufig den Globalen Norden und den Globalen Süden, wobei Afrika im Zentrum vieler Sorgen steht. Historische Entwicklungen prägen die Gegenwart: Technologische Fortschritte im Global North gingen oft mit Ausbeutung im Global South einher. Der Text beschreibt zwei pädagogische Muster im Umgang mit Technologie: eine „protestantische Pädagogik“, die Anpassung an lokale Bedürfnisse erlaubt, und eine „katholische Pädagogik“, die Abhängigkeit von Ursprungsanbietern schafft; Acemoglu und Robinson behandeln ähnliche Themen in ihrem 2012 erschienenen Buch Why Nations Fail.

Das World Economic Forum schätzt, dass KI bis 2030 USD 15.7 trillion zur globalen Wirtschaft hinzufügen könnte, wobei einkommensstarke Länder am meisten profitieren. Afrika erzeugt große Datenmengen, doch nur 2 Prozent der Rechenzentren stehen auf dem Kontinent. Auf der 2nd Conference on the State of Artificial Intelligence in Africa (COSAA) 2025 zeigten Teilnehmer starke Skepsis darüber, wer von KI profitiert; besonders Datenarbeiter und Gig‑Fahrer sind benachteiligt.

Konkrete Probleme betreffen Kontrolle und Infrastruktur. AFRINIC soll digitale Souveränität stärken, doch nahezu 7 Millionen IPv4‑Adressen wurden in den Besitz von Cloud Innovation gebracht, einem Unternehmen des chinesischen Unternehmers Lu Heng, registriert auf den Seychelles; Teile der Aktivitäten finden in Asien statt und die Adressen werden an Firmen in China, den Philippines und Hong Kong vermietet. Die Politik für AI‑Hardware spiegelt ähnlichen Ungleichzugang wider: Im Januar 2025 veröffentlichte die Biden administration eine Interim Final Rule, die die Verteilung fortschrittlicher Chips einschränkt und Länder in Stufen einteilt. Über 90 Prozent der Tier‑1‑Länder haben uneingeschränkten Zugang, viele Global South‑Länder liegen in Tier 2 mit eingeschränktem Zugang. Der current US President Donald Trump plant, dieses System aufzuheben und bilateral zu verhandeln, was den Zugang verändern, aber nicht unbedingt gerechter machen könnte.

Als Reaktion wird inklusive Governance gefordert, etwa Transparenz, Fairness, menschliche Aufsicht und regionale Zusammenarbeit. Vorgeschlagen wird, dass die Vereinten Nationen KI mit globalen Zielen in Einklang bringen und mit regionalen Gremien an besseren Datenstandards, Schutz und Beteiligung arbeiten, damit KI eine gerechte Entwicklung unterstützen kann.

Schwierige Wörter

  • machtverhältnisseWie politische und wirtschaftliche Macht verteilt ist
  • governanceRegeln und Strukturen für Verwaltung und Kontrolle
    KI‑Governance
  • digitale souveränitätFähigkeit, digitale Systeme selbst zu kontrollieren
  • rechenzentrumOrt mit vielen Computern für Datenverarbeitung
    Rechenzentren
  • ausbeutungUngerechte Nutzung von Arbeit oder Ressourcen
  • ungleichzugangUnterschiedlicher oder unfairer Zugang zu Ressourcen
  • datenarbeiterPersonen, die Daten sammeln oder verarbeiten

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Maßnahmen könnten die digitale Souveränität afrikanischer Länder stärken? Nenne Beispiele aus dem Text oder eigene Ideen.
  • Welche Folgen hat nach dem Text der ungleiche Zugang zu KI‑Hardware für Länder im Globalen Süden? Begründe kurz.
  • Wie könnten Transparenz und regionale Zusammenarbeit laut Text dazu beitragen, dass KI gerechter wirkt? Nenne mindestens zwei Elemente.

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