Teeplantagen bedrohen Kibira-NationalparkCEFR B2
14. Feb. 2026
Adaptiert nach Laura, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Ravi N Jha, Unsplash
Der Kibira-Nationalpark im Nordwesten Burundis steht unter Druck durch Teeplantagen und andere Entwicklungsprojekte. Der Text von Arthur Bizimana erschien erstmals auf Ibihe.org am 25. November 2025. Die Anlagen und die Nutzung durch Gemeinden, Produktionsfirmen sowie staatliche Stellen wie das Burundi Tea Office (OTB), REGIDESO, ISABU und DPAE haben nach Beobachtungen die Waldfläche reduziert und das Verhalten der Wildtiere verändert.
Ein Bericht der Dritten Nationalen Mitteilung zum Klimawandel aus Oktober 2019 schätzt den Verlust von Baumbestand zwischen 2009 und 2019 auf etwa 10.000 bis 12.000 Hektar. Sechs Jahre später bleiben genaue Entwaldungsraten unklar. Forschende und eine Studie von Dismas Hakizimana und Marie-Claude Huynen (2013) berichten, dass einige Schimpansen gestorben sind und andere von Sektoren wie Rwegura, Teza und Musigati in das Mabayi-Gebiet neben dem Nyungwe-Nationalpark in Ruanda umgezogen sind.
Aktuelle Schätzungen gehen von mehr als 200 Schimpansen im Park aus, nach rund 500 vor der Abholzung. Die Plantage des Burundi Tea Office beschäftigt über 1.000 Festangestellte und mehrere Tausend Tagelöhner. Ökologen berichten von Lärm, Abfall, Sammeln von Wildfrüchten und gelegentlichem illegalem Eindringen; die NGO Conservation and Community Change (3C) beobachtet mehr Fallen, je stärker Entwicklung und Bevölkerung wachsen.
Expertinnen und Experten warnen, dass eingezäunte Plantagen die Bewegungsfreiheit der Schimpansen einschränken, den Gruppen‑Kontakt verringern und so die Fortpflanzung behindern. Berchmans Hatungimana vom burundischen Amt zum Schutz der Umwelt sagt, der Park werde rund um die Uhr bewacht und illegale Eindringlinge könnten verhaftet werden. Forschende fordern Armutsbekämpfung, neue lokale Einkommensprojekte, Schulungen und die aktive Einbindung der Gemeinden zum Schutz der Biodiversität.
Schwierige Wörter
- entwaldung — Verlust von Waldfläche durch AbholzungEntwaldungsraten
- plantage — Große meist landwirtschaftliche Anbaufläche für eine KulturpflanzeTeeplantagen
- tagelöhner — Arbeitskraft, die täglich ohne Vertrag arbeitet
- fortpflanzung — Vermehrung von Tieren oder Pflanzen
- bewegungsfreiheit — Fähigkeit, sich frei zu bewegen
- biodiversität — Vielfalt aller Lebewesen in einem Gebiet
- eindringling — Person, die ohne Erlaubnis eingedrungen istEindringlinge
- armutsbekämpfung — Maßnahmen zur Verringerung von Armut
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie könnten neue lokale Einkommensprojekte die Abholzung im Park reduzieren? Nennen Sie zwei konkrete Beispiele.
- Welche Vor- und Nachteile hat die Beschäftigung durch die Plantage des Burundi Tea Office für die lokale Bevölkerung?
- Welche Rolle könnten Gemeinden aktiv beim Schutz der Biodiversität spielen und wie könnte man ihre Beteiligung stärken?
Verwandte Artikel
Erdrutsch in Tarsin: Hunderte Tote nach Starkregen
Am 31. August zerstörte ein großer Erdrutsch das Dorf Tarsin im Jebel Marra nach mehrtägigem Starkregen. Sudanische Behörden meldeten mindestens 375 Tote; UN-Agenturen sagen, die Zahl sei nicht verifiziert. Die Suche wird durch Regen und Gelände erschwert.
Giftige Metalle im Junín-Becken bedrohen Menschen und Umwelt
Eine Studie zeigt starke Kontamination rund um den Junín-See auf 4.100 Metern. Forscher fanden hohe Werte von Arsen, Blei und Cadmium, ein extrem hohes ökologisches Risiko und mögliche Gesundheitsgefahren für Tausende Menschen.