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Straßenkinder in französischsprachigem Afrika — Level B2 — a large flag with a star on it

Straßenkinder in französischsprachigem AfrikaCEFR B2

20. Juni 2025

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
271 Wörter

Straßenkinder sind in weiten Teilen des französischsprachigen Afrikas ein sichtbares und vielschichtiges Problem. Laut dem International Catholic Child Bureau (BICE) gab es 2021 weltweit über 120 Millionen Straßenkinder, davon rund 30 Millionen in Afrika; für 2025 wird ein Anstieg auf 35 Millionen in Afrika prognostiziert. Die NGO Humanium nennt Armut, Kriege, Gewalt, frühere Misshandlung, Ausbeutung und Verzweiflung als treibende Faktoren, hinzu kommt in manchen Regionen die Ausgrenzung durch Hexereivorwürfe.

Die soziale Ausgrenzung zeigt sich auch in lokalen Bezeichnungen und Netzwerken. In Kamerun wird der Begriff Mboko (von Nanga-boko im Duala) verwendet; Nanga bedeutet „schlafen“, éboko „draußen“. Der Begriff hängt mit Wanderungen von Ngaoundéré über Nanga-eboko nach Yaoundé zusammen, wo sich große Gruppen obdachloser oder delinquenter Jugendlicher bildeten, oft verbunden mit Drogenkonsum. Diese Straßennetzwerke sind kulturell mit dem Musikstil Mbolé verknüpft; das Lied „Toaster Le Yamo“ von Elang City wird als kritische Darstellung der Not arbeitsloser Jugendlicher genannt.

In der Demokratischen Republik Kongo bezeichnen Lingala-Sprecher Straßenkinder als Shégué. Viele werden verlassen oder ausgestoßen und manche schließen sich bewaffneten Banden an; die sogenannten Kulunas sind in Kinshasa an Diebstahl und gewalttätigen Angriffen beteiligt. In Côte d’Ivoire nennt man junge Banden Microbes; sie arbeiten oder kämpfen, um ihre Familien zu unterstützen, und setzten teilweise extreme Gewalt ein, besonders in Abidjan. Einige Berichte sehen Verbindungen zur politischen Krise 2021 und der Festnahme von Laurent Gbagbo. Der Filmemacher Alex Ogou thematisiert in der Serie „Invisibles“ das Schicksal vieler verlassener Jugendlicher.

Obwohl es zivilgesellschaftliche Initiativen gibt, bleibt es schwierig, Würde und Sicherheit von Straßenkindern in städtischen Gebieten zu gewährleisten. Viele Regierungen räumen dem Problem nur geringe Priorität ein, und langfristige Lösungen sind weiterhin ungewiss.

Schwierige Wörter

  • straßenkindein Kind oder Jugendlicher ohne Zuhause
    Straßenkinder
  • armutMangel an Geld und Lebensgrundlagen
  • ausgrenzungAusschluss einer Person aus Gesellschaft oder Gruppe
  • ausbeutungAusnutzung von Menschen für eigenen Vorteil
  • drogenkonsumregelmäßiger oder gelegentlicher Gebrauch von Drogen
  • bandeGruppe von Menschen, oft kriminell
    Banden
  • verlassennicht mehr bei jemandem bleiben
    verlassener
  • prognostiziereneine Entwicklung in der Zukunft vorhersagen
    prognostiziert

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Maßnahmen könnten Städte ergreifen, um Würde und Sicherheit von Straßenkindern besser zu schützen? Nenne zwei konkrete Beispiele.
  • Welche Rolle spielen kulturelle Netzwerke wie Mbolé oder lokale Begriffe (z. B. Mboko, Shégué) bei der Wahrnehmung von Straßenkindern?
  • Inwiefern können Ursachen wie Armut, Krieg oder Ausgrenzung durch Hexereivorwürfe langfristige Lösungen erschweren?

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