Straßenkinder in französischsprachigem AfrikaCEFR B1
20. Juni 2025
Adaptiert nach Laura, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Job Bunana, Unsplash
Straßenkinder treten in vielen Städten und Gemeinden des französischsprachigen Afrikas auf. 2021 berichtete das International Catholic Child Bureau (BICE) von über 120 Millionen Straßenkindern weltweit und nannte 30 Millionen in Afrika; für 2025 wird ein Anstieg auf 35 Millionen in Afrika geschätzt. Die NGO Humanium nennt Armut, Kriege, Gewalt, frühere Misshandlung, Ausbeutung und Verzweiflung als Hauptursachen.
Die lokale Ausgrenzung hat zu unterschiedlichen Bezeichnungen geführt. In Kamerun heißt die Gruppe Mboko, abgeleitet von Nanga-boko im Duala, wobei Nanga „schlafen“ und éboko „draußen“ bedeutet. Solche Gruppen bildeten sich nach Migrationen von Ngaoundéré über Nanga-eboko nach Yaoundé und waren oft mit Drogenkonsum verbunden; in der Kultur spielt der Musikstil Mbolé eine Rolle. Das Lied „Toaster Le Yamo“ von Elang City wird als Darstellung der Not arbeitsloser Jugendlicher genannt.
In der Demokratischen Republik Kongo sind Straßenkinder als Shégué bekannt; viele geraten in die Kriminalität und schließen sich teilweise den Kulunas an, die in Kinshasa Diebstahl und Gewalt begehen. In Côte d’Ivoire heißen junge Banden Microbes und setzen teils extreme Gewalt ein, besonders in Abidjan. Berichte verbinden manche dieser Jugendlichen mit der politischen Krise 2021 und der Festnahme des ehemaligen Präsidenten Laurent Gbagbo. Der Filmemacher Alex Ogou schuf die Serie „Invisibles“, um die Lage verlassener Jugendlicher zu zeigen.
Trotz zivilgesellschaftlicher Initiativen bleiben langfristige Lösungen unsicher, und viele Regierungen setzen dem Problem nur geringe Priorität.
Schwierige Wörter
- straßenkind — Kind, das auf der Straße lebt und oft allein istStraßenkinder
- ausgrenzung — Wenn Leute nicht zu einer Gruppe gehören dürfen
- ausbeutung — Wenn Menschen unfair für Arbeit benutzt werden
- migration — Das Verlassen eines Ortes zum Leben an anderem OrtMigrationen
- kriminalität — Straftaten oder illegales Verhalten in einer Gesellschaft
- zivilgesellschaftlich — Bezieht sich auf Organisationen außerhalb des Staateszivilgesellschaftlicher
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Gründe aus dem Text erklären die Entstehung von Gruppen wie Mboko oder Microbes?
- Was könnten Regierungen tun, damit das Problem der Straßenkinder höhere Priorität bekommt?
- Wie können Musik oder Filme laut dem Text das öffentliche Verständnis für verlassene Jugendliche verändern?
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