Eine gemeinsame Studie der Columbia University Mailman School of Public Health und der Chinese Academy of Sciences kommt zu dem Schluss, dass Klimawandel und steigende atmosphärische CO2-Werte die Menge an anorganischem Arsen in Nassreis erhöhen könnten. Anorganisches Arsen bildet sich, wenn Arsen mit Nicht-Kohlenstoff-Elementen wie Sauerstoff oder Schwefel verbunden ist; es ist toxischer als die in Meeresfrüchten vorkommenden organischen Arsenspezies. Langfristige Exposition wird mit Lungen-, Blasen- und Hautkrebs sowie mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht.
Die Forschenden beobachteten, dass Temperaturen über zwei Grad zusammen mit höheren CO2-Konzentrationen zu höheren anorganischen Arsenwerten im Reiskorn führen. Lewis Ziska, leitender Forscher, führt dies auf klimabedingte Veränderungen der Bodenchemie zurück, die der Pflanze die Aufnahme von Arsen erleichtern. Klimafachleute schätzen zudem einen möglichen Anstieg um 2,7 Grad bis 2100 bei unveränderten Politiken; die World Meteorological Organization meldete einen atmosphärischen CO2-Gehalt von 420 ppm im Jahr 2023, den höchsten Stand seit 800.000 Jahren.
Die Untersuchung basierte auf zehnjährigen Feldversuchen mit 28 Reissorten, Free-Air CO2 Enrichment und Modellierungen, mit denen die Forschenden anorganische Arsendosen und Gesundheitsrisiken für mehrere asiatische Länder abschätzten:
- Bangladesch
- China
- Indien
- Indonesien
- Myanmar
- Philippinen
- Vietnam
Zur Schadensminderung empfehlen die Autorinnen und Autoren Pflanzenzüchtung für arsenarme Sorten, verbesserte Bodenbewirtschaftung, veränderte Verarbeitungsverfahren und gesundheitspolitische Maßnahmen wie Verbraucherschulung und Expositionsüberwachung. Externe Expertinnen und Experten betonen, dass Waschen und schonendes Kochen Arsen im gekochten Reis reduziert. Die Zugabe von Mineralsalzen wie Silizium, Phosphor und Eisen während des Wachstums kann die Arsenaufnahme verringern, weil diese Nährstoffe mit Arsen um Aufnahme konkurrieren. Züchter berichten von Fortschritten, weisen aber auf Finanzierungsbedarf für eine breitere Einführung hin.
Schwierige Wörter
- anorganisch — Mit Nicht-Kohlenstoff-Elementen verbunden; oft giftiger.anorganischem, anorganisches
- arsen — Ein giftiges chemisches Element, oft in Böden.
- exposition — Langfristiges Ausgesetztsein gegenüber einer Gefahr.
- bodenchemie — Chemische Eigenschaften und Prozesse im Boden.
- pflanzenzüchtung — Auswahl und Kreuzung für bessere Pflanzensorten.
- schadensminderung — Maßnahmen, um negative Folgen zu reduzieren.
- arsenaufnahme — Menge an Arsen, die eine Pflanze aufnimmt.
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Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei der Einführung arsenarmer Reissorten in den betroffenen Ländern? Begründen Sie kurz.
- Welche einfachen Maßnahmen könnten Verbraucherinnen und Verbraucher anwenden, um ihre Arsenaufnahme durch Reis zu verringern? Nennen Sie mindestens zwei Beispiele aus dem Text.
- Wie könnten Regierungen und Förderorganisationen die Forschung und Finanzierung unterstützen, damit Lösungen wie Pflanzenzüchtung und Bodenbewirtschaftung breit eingeführt werden? Beschreiben Sie zwei mögliche Schritte.
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