Chinesische Fischerei in Mauretanien belastet lokale FischerCEFR B2
4. Aug. 2025
Adaptiert nach Jean Sovon, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Francesca Fabian, Unsplash
Im Juni 2010 unterzeichnete Mauritanien mit Poly-Hondone Pelagic Fishery Co. ein 25-jähriges Kooperationsabkommen. Der Vertrag sah eine Investition von 100 Millionen US-Dollar für den Bau und Betrieb einer Fischverarbeitungsanlage in Nouadhibou vor und gewährte chinesischen Unternehmen weitreichende Fangrechte in mauretanischen Gewässern.
Schätzungen des Europäischen Parlaments zufolge stammen mindestens 80 Prozent der industriellen Schiffe in diesen Gewässern aus China. Beobachter, Aufsichtsorganisationen und lokale Gruppen berichten von unkontrollierter industrieller Fischerei: Überfischung, Fang außerhalb der Saison und illegale Aktivitäten in Bereichen, die für lokale Fischer reserviert sind. Fünfzehn Jahre nach dem Abkommen beklagen Fischer große Bestandsrückgänge bei Arten wie Krake und Goldmundbrasse.
Die Fischerei macht zwar nur rund 10 Prozent des BIP aus, liefert aber 35–50 Prozent der Exporte und sichert Hunderttausende Arbeitsplätze. Die handwerkliche Fischerei mit kleinen Pirogen und handgewebten Netzen erzielt deutlich geringere Fänge; viele Fischer müssen weiter ins offene Meer ausfahren, was die Treibstoffkosten erhöht, aber keinen Fang garantiert. An der Küste des Banc d’Arguin berichten Imraguens-Familien von bedrohten Lebensgrundlagen.
Chinesische Staatsmedien wie Xinhua, People’s Daily und China’s Belt and Road Portal schildern dagegen eine positive Bilanz: Sie loben chinesische Unternehmen als Modernisierer, Umweltschützer und Bauträger und berichten vom Bau von Straßen, Kühlhäusern, einem „Freundschaftshafen“ und dem Transport von Wasser per Lkw aus zehn Kilometern Entfernung. International wird China zugleich als wichtiger Verursacher illegaler Fischerei genannt; ausländische Schiffe dominieren viele westafrikanische Gewässer, schätzungsweise drei Viertel davon chinesisch.
- in die Städte ziehen, um Arbeit zu finden,
- auf ausländischen Schiffen unter schlechten Bedingungen arbeiten,
- in andere Länder migrieren, um Chancen zu suchen.
Lokale Gruppen und internationale NGOs fordern die mauretanischen Behörden auf, Küstenressourcen und die Existenzgrundlagen der Fischer zu schützen. Welche politischen Maßnahmen daraus folgen, bleibt derzeit unklar.
Schwierige Wörter
- kooperationsabkommen — länger gültiger Vertrag zwischen Partnern
- fangrecht — Erlaubnis zum Fischen in bestimmten GewässernFangrechte
- überfischung — zu starke Reduzierung von Fischbeständen
- bestandsrückgang — Verringerung der Anzahl einer ArtBestandsrückgänge
- handwerkliche fischerei — kleine, traditionelle Fischerei mit einfachen Booten
- existenzgrundlage — das wirtschaftliche Überleben einer Person oder FamilieExistenzgrundlagen
- küstenressource — Natürliche Güter und Lebensräume an der KüsteKüstenressourcen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche politischen Maßnahmen könnten mauretanische Behörden ergreifen, um Küstenressourcen und die Existenzgrundlagen der Fischer zu schützen? Nennen Sie zwei konkrete Beispiele und begründen Sie kurz.
- Welche Folgen hat die Dominanz ausländischer, besonders chinesischer, Fangflotten für lokale Gemeinschaften? Beschreiben Sie wirtschaftliche und soziale Auswirkungen.
- Die chinesischen Staatsmedien berichten positiv über Investitionen. Wie sollten Entscheidungsträger lokale Bedürfnisse und ausländische Investitionen ausbalancieren? Geben Sie einen Vorschlag.
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