Auf dem Klimagipfel COP30 in Belém forderten indigene Völker und lokale Gemeinschaften stärkeren Schutz der Tropenwälder, die Anerkennung territorialer Rechte und direkten Zugang zu Klimafinanzen. Diese Forderungen stützten sich auf einen Bericht der Global Alliance of Territorial Communities (GATC) und von Earth Insight, der aufzeigt, wo industrielle Rohstoffgewinnung Wälder und die dort lebenden Menschen bedroht.
Der Bericht beschreibt die Ausbreitung extraktiver Industrien in der Amazonasregion, im Kongobecken, in Mesoamerika und in Südostasien. In Mesoamerika bedrohen Öl- und Gasprojekte 3.7 Millionen Hektar indigener und gemeinschaftlicher Gebiete, und Bergbaukonzessionen umfassen 18.7 Millionen Hektar. Zu diesen neuen Ansprüchen kommen bestehende Probleme wie Entwaldung, Drogenhandel, Infrastruktur-Megaprojekte und schwache Regierungsführung in Ländern wie Mexiko, Honduras und Nicaragua.
- Brasilien
- Peru
- Bolivien
- Ecuador
- Kolumbien
- Venezuela
- Guyana
- Suriname
- Französisch-Guayana
Für den Amazonas nennt die Studie 250 Millionen Hektar, die von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften bewohnt werden. Sie identifiziert 31 Millionen Hektar, die durch Öl und Gas bedroht sind, 9.8 Millionen Hektar durch Bergbau und 2.4 Millionen Hektar durch Holzeinschlag. Florencia Librizzi nannte die Karten „ein machtvolles Instrument für Sichtbarkeit“, weil sie verborgene Informationen klarer und vergleichbarer machen. Unabhängige Expertinnen und Experten wiesen zudem auf Risiken für isoliert lebende Völker hin.
Indigene Organisationen auf COP30 forderten Regierungen und globale Institutionen auf, territoriale Rechte anzuerkennen und freie, vorherige und informierte Zustimmung bei Projekten zu garantieren. Sie verlangen neue Finanzierungsmodelle, die Gemeinschaften direkten Zugang zu Mitteln geben, und stärkere lokale Regierungsführung. Levi Sucre Romero sagte: „Wir sprechen nicht nur darüber, dass das Geld die Gemeinschaften erreicht.“ Er forderte auch Überwachungssysteme, die an lokale Realitäten angepasst sind. Der Bericht verweist auf wirksame Beispiele, etwa das Maya-Biosphärenreservat in Guatemala, wo Gemeinschaftsgebiete mehr als siebenmal niedrigere Entwaldungsraten als der Landesdurchschnitt haben.
Vertreterinnen und Vertreter berichteten von wachsender Koordination in Amazonas, Kongobecken und Südostasien und zeigten sich vorsichtig optimistisch gegenüber kollektiven Aktionen. Der Text wurde von der Lateinamerika- und Karibik-Ausgabe von SciDev.Net erstellt.
Schwierige Wörter
- klimafinanzen — Geldmittel für Maßnahmen gegen den Klimawandel.
- extraktiv — Industrien, die Rohstoffe aus der Natur gewinnen.extraktiver
- entwaldung — Das Verschwinden von Wäldern durch Abholzung.Entwaldungsraten
- bergbaukonzession — Erlaubnis, in einem Gebiet nach Rohstoffen zu graben.Bergbaukonzessionen
- holzeinschlag — Abholzen von Bäumen für Holz oder Gewinn.
- territoriale rechte — Rechte von Gemeinschaften über ihr Land.territorialer Rechte
- indigene völker — Menschen, die seit langem in einem Gebiet leben.
- gemeinschaftsgebiet — Land, das von einer Gemeinschaft verwaltet wird.Gemeinschaftsgebiete
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Diskussionsfragen
- Warum ist direkter Zugang zu Klimafinanzen für indigene Gemeinschaften laut Text wichtig? Nennen Sie zwei Gründe.
- Welche Vorteile könnten an lokale Realitäten angepasste Überwachungssysteme für Gemeinschaften bringen?
- Welche Risiken entstehen durch die Ausbreitung extraktiver Industrien in Regionen wie Amazonas und Kongobecken? Nennen Sie konkrete Folgen aus dem Text.
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