Tilapia sind eine wichtige Aquakulturart in vielen Regionen. Die Niltilapia stammt aus Afrika und gedeiht am besten bei Wassertemperaturen zwischen 26 und 30 °C. Sinkende Temperaturen verlangsamen ihr Wachstum, was in kälteren Monaten zu kleineren Fischen und geringeren Einnahmen führen kann. Die Food and Agriculture Organization meldete 5,3 million tonnes Tilapia im Jahr 2022; damit ist Tilapia das viertmeiste geerntete Wasserlebewesen.
Ein Team aus Ägypten und den Philippinen untersuchte zwei in Kaugummi häufig vorkommende Inhaltsstoffe, Lecithin und Akaziengummi, als Fütterungszusatz für Tilapia. In der Studie erhielten Fische eine Diät mit 4 Gramm Akaziengummi pro Kilogramm und 10 Gramm Lecithin pro Kilogramm. Die Zusätze regulierten Stoffwechsel, Enzymwerte und Mineralgleichgewicht, die durch Kältestress gestört werden. Die gefütterten Fische zeigten laut Bericht signifikante Verbesserungen bei Wachstum, Überlebensraten und antioxidativen Reaktionen.
Die Forschenden berichteten, dass beide Zutaten offenbar ein Gen beeinflussen, das die Fluidität von Zellmembranen steuert. Eine erhöhte Expression dieses Gens dürfte den Fischen geholfen haben, sich an Temperaturschwankungen anzupassen, weil sich die Membranreaktion änderte. Frühere Studien hatten schon Vorteile gezeigt, doch diese Arbeit ist die erste, die beide Stoffe gezielt als Fütterungsstrategie für Tilapia in kalten Umgebungen testet; sie erschien in Aquaculture Reports.
Wendy Sealey vom US Department of Agriculture, Fischphysiologin und designierte Präsidentin der World Aquaculture Society, bezeichnete die Studie als "gründlich". Expertinnen und Experten warnen aber, dass die Vorteile vor allem für subtropische Betriebe gelten, die an den Rand der Temperaturschwankungen geraten; der Ansatz sei nicht dazu gedacht, Tilapia in sehr kalten Regionen wie Alaska zu züchten. Es werden längere Versuche und vertiefte zelluläre Untersuchungen gefordert.
- China
- Indonesien
- Brasilien
- Ägypten
- Thailand
- Philippinen
Schwierige Wörter
- aquakulturart — Fischart, die in Zuchtanlagen im Wasser gehalten wird
- gedeihen — gut wachsen und sich positiv entwickelngedeiht
- verlangsamen — etwas langsamer machen, Tempo oder Wachstum reduzieren
- fütterungszusatz — Zusatz im Futter, der Gesundheit oder Wachstum beeinflusst
- fluidität — Beweglichkeit von Zellmembranen oder flüssigen Schichten
- expression — Aktive Nutzung eines Gens; Genaktivität im Körper
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Einsatz von Akaziengummi und Lecithin in Tilapia-Betrieben?
- Warum fordern Forschende längere Versuche und vertiefte zelluläre Untersuchungen vor einer breiten Anwendung?
- In welchen Regionen würden Sie diese Fütterungsstrategie empfehlen und warum?
Verwandte Artikel
Wie kleine Zellen große Gehirnnetzwerke formen
Eine Studie in Nature Communications verbindet Zell‑ und Molekül‑Daten mit fMRI‑Netzwerken. Forschende zeigen, dass biologische Merkmale auf Zellebene mit großräumigen Gehirnnetzwerken und damit mit Kognition und psychischen Erkrankungen verknüpft sind.
Gehirnaktivität bei Mäusen über den Tag verfolgen
Forscher entwickelten experimentelle und rechnerische Methoden, um bei Mäusen mit Einzelzellauflösung zu sehen, welche Hirnregionen im Tagesverlauf aktiv sind. Die Studie erschien in PLOS Biology und hilft, Müdigkeit besser zu verstehen.
Bericht fordert Reformen für Ugandas Forschung und Innovation
Ein nationaler Bericht, präsentiert am 21. Juni, fordert Reformen in Ugandas Systemen für Wissenschaft, Technologie und Innovation. Er nennt Geschlechterlücken, schwache Finanzierung und ruft zu neuen Finanzierungsmodellen und stärkerer Zusammenarbeit auf.
Viele Vögel im Nordwesten des Pazifiks bleiben widerstandsfähig
Eine 30-jährige Snapshot-Studie zeigt: Obwohl die Temperaturen gestiegen sind, sind die meisten Vogelpopulationen stabil oder in höheren Lagen zahlreicher geworden. Forschende wie Benjamin Freeman untersuchten alte Karten und wiederholten die Beobachtungen.