In der Juni‑Ausgabe der Fachzeitschrift One Health warnen Forschende davor, dass soziale Medien den illegalen Handel mit Buschfleisch in Westafrika begünstigen könnten. Für die Analyse werteten sie Facebook‑Beiträge aus den Jahren 2018 bis 2022 aus. Untersucht wurden fünf Facebook‑Seiten in Côte d’Ivoire und eine in Nigeria.
Die Forschenden identifizierten 25 Buschfleischarten, darunter Säugetiere, Vögel und Reptilien. Fast zwei Drittel der Angebote wurden als geräuchert präsentiert; andere Angebote waren frisch, gekocht oder lebend. Fünf der sechs Seiten verwiesen Kunden auf den Ende‑zu‑Ende verschlüsselten Dienst WhatsApp; Facebook Messenger diente als Alternative. Die Studie beschreibt diese Vorgehensweise als darauf ausgelegt, einer Entdeckung zu entgehen.
Die Erstautorin Georgia Moloney von der University of Adelaide sagte, das Team habe prüfen wollen, ob soziale Medien Verkäufer in Afrika mit Konsumentinnen und Konsumenten anderswo verbinden. In Nigeria wurde Anfang dieses Jahres ein Gesetzentwurf zur Schutz gefährdeter Arten nach der ersten Lesung angenommen. Einige Händler verteidigen den Handel; Naturschützer fordern dagegen stärkere Kontrollen und schnellere Strafverfolgung.
Schwierige Wörter
- buschfleisch — Fleisch von wild lebenden Tieren
- begünstigen — etwas fördern oder wahrscheinlicher machen
- verschlüsseln — Daten oder Nachrichten vor Fremden schützenverschlüsselten
- räuchern — mit Rauch haltbar oder aromatisch machengeräuchert
- strafverfolgung — staatliche Maßnahmen gegen kriminelle Handlungen
- fachzeitschrift — wissenschaftliche oder berufliche Publikation für Fachleute
- untersuchen — etwas genau prüfen oder analysierenUntersucht
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum, denken Sie, nutzen Verkäufer Ende‑zu‑Ende verschlüsselte Dienste wie WhatsApp? Erklären Sie kurz.
- Welche Maßnahmen könnten Facebook oder Behörden ergreifen, um den Handel mit Buschfleisch zu reduzieren? Nennen Sie zwei mögliche Schritte.
- Haben Sie schon einmal Beiträge über Tierhandel in sozialen Medien gesehen? Wie würden Sie darauf reagieren oder informieren?
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