Die philippinische Regierung versucht, private und ausländische Investitionen in erneuerbare Energien zu fördern, indem sie Beschränkungen für ausländische Besitzanteile an Solar-, Wind- und Meeresprojekten aufhebt. Parallel dazu hat sich die Praxis des Red‑Tagging verstärkt: Amtsträger und Sicherheitskräfte kennzeichnen Aktivistinnen, Aktivisten und Gruppen als mit Kommunisten oder Terroristen verbunden. Der Oberste Gerichtshof erklärte im Juli 2023, die Praxis bedrohe das Opferrecht auf "Leben, Freiheit oder Sicherheit". Red‑Tagging war unter der Duterte‑Regierung gestiegen und setzt sich unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. fort.
Zwei gemeindenahe Organisationen berichten konkret von Folgen. Das Leyte Center for Development (LCDe) in Tacloban unterstützte nach dem Taifun Haiyan 23.000 Familien; seine Leiterin wurde 2018 als International Climate Heroine ausgezeichnet. Im April 2024 wurden die Konten von LCDe, darunter ausländische Spenden, eingefroren. Im Juli 2025 plädierte ihre Leiterin in drei Anklagepunkten wegen Terrorismusfinanzierung auf nicht schuldig; die Anklagen stützen sich auf Aussagen von vier mutmaßlichen ehemaligen Rebellen, denen sie zufolge nie begegnet sei. LCDe sagt, es werde seit 15 Jahren red‑getaggt.
Die gemeinnützige Organisation Sibat, die seit Jahrzehnten saubere Technik in ländliche Gebiete bringt, berichtet ebenfalls von Belästigungen. Im Juni 2025 installierte Sibat eine solarbetriebene Wasserpumpe für Taifun‑Rai‑Opfer in Ubay. Taifun Rai traf Ende 2021 und war weltweit die zweittödlichste Naturkatastrophe jenes Jahres. Vorwürfe gegen Sibats Exekutivdirektorin tauchten 2023 auf; ein AFP‑Vertreter nannte sie 2024 öffentlich in Verbindung mit der NPA, woraufhin sie später eine Verleumdungsklage einreichte. Ein Bericht aus 2025 sagt, Belästigungen hätten zwei Ingenieurinnen zum Rücktritt bewegt.
UN‑Expertinnen und -Experten kritisieren Red‑Tagging deutlich. Ian Fry sagte 2023, AFP und NTF‑ELCAC würden Verteidiger systematisch red‑taggen und: "Es scheint, dass das NTF‑ELCAC seine Befugnisse nutzt, um mächtige wirtschaftliche Interessen im Land zu schützen." Irene Khan berichtete im Juni 2025, das NTF‑ELCAC "scheine ein Hauptanstifter dieser Praxis zu sein" und Red‑Tagging werde oft von "rechtswidriger Überwachung, strafrechtlicher Verfolgung, einschließlich fingierter Anklagen, Drohungen und sogar Tötungen" gefolgt. Expertinnen und Experten sagen, die Praxis treffe Aktivistinnen und die von ihnen betreuten Gemeinschaften und könne den Zugang zu Dienstleistungen und Hilfe verringern.
Schwierige Wörter
- beschränkung — rechtliche oder praktische Grenze für etwasBeschränkungen
- besitzanteil — Teil des Eigentums an einer Firma oder SacheBesitzanteile
- erneuerbare Energie — Energie aus Quellen, die natürlich erneuert werdenerneuerbare Energien
- red‑taggen — Personen öffentlich als politische Bedrohung kennzeichnenred‑getaggt
- opferrecht — Recht einer betroffenen Person auf Schutz und Sicherheit
- terrorismusfinanzierung — Geld oder Unterstützung für terroristische Aktivitäten bereitstellen
- einfrieren — Zugang zu Geld oder Konten vorübergehend sperreneingefroren
- belästigung — wiederholte störende, bedrohende oder einschüchternde HandlungenBelästigungen
- anklagepunkt — konkreter Vorwurf in einem StrafverfahrenAnklagepunkten
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Diskussionsfragen
- Welche Auswirkungen kann Red‑Tagging auf die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen haben? Nennen Sie zwei Beispiele aus dem Text.
- Wie könnte das Aufheben von Beschränkungen für ausländische Besitzanteile in erneuerbare Projekte mit Berichten über Red‑Tagging zusammenhängen? Diskutieren Sie mögliche Risiken oder Vorteile.
- Welche Schritte könnten Organisationen oder internationale Geber laut dem Text erwägen, wenn Konten eingefroren werden und Mitarbeiterinnen belästigt werden?
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