Eine Langzeitstudie am Ngogo Chimpanzee Project, das die Schimpansen seit Jahrzehnten beobachtet, wurde in Science veröffentlicht. Anfangs gehörten deutlich mehr als 100 Tiere zur Gruppe; später lebten viele Tiere zusammen, bis die Gruppe sich spaltete. Ab 2015 stieg die Aggression zwischen zwei Untergruppen, die soziale Kontakte mieden.
2016 schickte eine Gruppe eine territoriale Patrouille, und 2018 töteten Tiere der angreifenden Gruppe einen jungen erwachsenen Männchen. In den folgenden sieben Jahren töteten Mitglieder dieser Gruppe weitere reife Männchen und Jungtiere. Forschende bezeichneten die Gewalt als überraschend, weil sie sich gegen ehemalige Freunde richtete und nicht gegen unbekannte Nachbarn.
Die Studie nennt mögliche Ursachen wie die sehr hohe Gruppengröße und frühere Todesfälle mehrerer Männchen; wahrscheinlich wirkte eine Kombination von Ereignissen. Die Forschenden suchen weiter nach Erklärungen.
Schwierige Wörter
- langzeitstudie — Untersuchung, die über viele Jahre hinweg läuft
- untergruppe — Kleine Gruppe innerhalb einer größeren GemeinschaftUntergruppen
- aggression — Feindliches oder gewalttätiges Verhalten gegenüber anderen
- patrouille — Gruppe, die ein Gebiet bewacht oder kontrolliert
- töten — einem Lebewesen absichtlich das Leben nehmentöteten
- überraschend — unerwartet; etwas, das man nicht vorher erwartet
- ursache — Grund oder Anlass, warum etwas geschiehtUrsachen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glaubst du, dass große Gruppen bei Tieren häufiger zu Gewalt führen können? Warum oder warum nicht?
- Welche weiteren Hinweise oder Daten würden dir helfen, die Gründe für die Gewalt in dieser Schimpansengruppe zu verstehen?
- Wenn du Forschende wärst, welche Schritte würdest du unternehmen, um die Beziehungen zwischen den Untergruppen zu beobachten und zu verbessern?
Verwandte Artikel
Weniger Luftverschmutzung in Ostasien beschleunigt Erwärmung
Eine Studie verbindet den Rückgang von Aerosolen in Ostasien, vor allem China, mit einer beschleunigten Erwärmung der Erdoberfläche seit etwa 2010. Berichte zeigen regionale Folgen und rufen nach Emissionsminderungen und Unterstützung.
Wie Beziehungen Erinnerungen an die Kindheit verändern
Eine Studie mit fast 1.000 Heranwachsenden zeigt, dass Erinnerungen an belastende Erlebnisse sich mit der Qualität aktueller Beziehungen verändern, besonders mit dem Verhältnis zu den Eltern. Die Forscher empfehlen mehrfache Erfassung statt einer einzigen Abfrage.
Wissenschaftsjournalismus in der Pandemie
Ein globaler Bericht untersucht, wie die COVID-19-Pandemie die Arbeit von Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten veränderte. Befragt wurden Journalistinnen und Journalisten aus vielen Ländern; die Arbeit wurde intensiver und Preprints wurden häufiger genutzt.
Gletscherseen im Hindu Kush‑Himalaya: Risiko und fehlende Daten
Im Hindu Kush‑Himalaya schmelzen Gletscher und bilden zahlreiche Seen. Geheimhaltung, politische Spannungen und ungleicher Zugang zu Daten erschweren Frühwarnsysteme für Gletschersee‑Ausbrüche, die Menschen, Infrastruktur und Dörfer bedrohen können.