Wasser ist wichtig für Nahrungsmittelproduktion, Industrie, Energieerzeugung und den Alltag. Bisher gab es kein klares nationales Bild darüber, wer in den USA Wasser entnimmt und in welchen Mengen. Landon Marston, außerordentlicher Professor für Bau- und Umweltingenieurwesen an der Virginia Tech, und sein Doktorand Yunus Naseri haben deshalb die United States Water Withdrawals Database erstellt. Die Studie ist in Nature Scientific Data erschienen und die Datenbank ist öffentlich zugänglich.
Für den Aufbau arbeiteten die Forschenden mit Behörden aller 50 Bundesstaaten zusammen und sammelten sowie standardisierten Datensätze aus 42 Staaten; die Aufzeichnungen reichen mehr als ein Jahrhundert zurück. Die Datenbank folgt den FAIR-Prinzipien (auffindbar, zugänglich, interoperabel, wiederverwendbar) und dokumentiert für jeden Eintrag, wie die Daten gewonnen wurden. Wichtig ist, dass die Abdeckung zwischen den Staaten variiert und der Datensatz kein vollständiger Zensus jeder genutzten Wasserportion ist.
Die Ressource enthält umfangreiche, standardisierte Einträge, darunter:
- 188,857 unique water users
- 353,694 points of diversion and use
- 58 million withdrawal volumes
- 7.5 million individual records
Erste Erkenntnisse zeigen, dass die landwirtschaftliche Bewässerung 51 Prozent aller erfassten Entnahmeeinträge ausmacht, während der Stromsektor, einschließlich Wasserkraft und Kühlung für Kraftwerke, jährlich das größte Gesamtvolumen an Wasser entnimmt. Die Datenbank konzentriert sich auf selbstversorgte Entnahmen und umfasst Grundwasser sowie Oberflächenwasser; sie bietet, wenn verfügbar, monatliche und jährliche Daten, erfasst aber keine Lieferungen an einzelne Haushalte oder Unternehmen. Nur etwa ein Viertel der gemeldeten Entnahmen wird direkt mit Messgeräten erfasst, die Mehrheit sind Schätzungen oder gemischte Methoden. Marston betont, dass das fehlende Wissen über Wasserentnahmen das Wassermanagement behindert, und Naseri weist darauf hin, dass dies das erste Mal ist, dass alle öffentlich verfügbaren US-Daten zu Wasserentnahmen in so detaillierten geografischen und zeitlichen Maßstäben zusammengetragen wurden. Die Ressource soll Gemeinden und Entscheidungsträgern helfen, saisonale Veränderungen zu verfolgen, Sektoren zu vergleichen und Konservierung sowie nachhaltiges Management zu planen.
Schwierige Wörter
- Entnahme — Wegnahme von Wasser aus einer QuelleEntnahmeeinträge, Entnahmen
- standardisieren — in ein einheitliches Format bringenstandardisierten
- interoperabel — mit anderen Systemen zusammenarbeiten können
- Grundwasser — Wasser unter der Erdoberfläche
- Aufzeichnung — schriftliche oder digitale Daten über EreignisseAufzeichnungen
- Konservierung — Erhaltung oder sparsamer Umgang mit Wasser
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie könnten Gemeinden die Datenbank nutzen, um lokale Wasserprobleme zu erkennen und zu planen?
- Welche Vorteile und Grenzen sehen Sie darin, dass nur etwa ein Viertel der Entnahmen direkt gemessen wird?
- Welche Maßnahmen würden Sie vorschlagen, um die Datenabdeckung zwischen den Bundesstaaten zu verbessern?
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