Mit zunehmendem Alter sind Kalzium und Vitamin D wichtige Faktoren, um Knochen zu schützen und das Risiko für Stürze und Frakturen zu senken. Die Expertin Bess Dawson‑Hughes vom Jean Mayer USDA Human Nutrition Research Center on Aging und der Tufts University School of Medicine betont, dass Frauen während der Menopause und in den etwa fünf Jahren nach der letzten Regelblutung wegen sinkender Östrogenspiegel etwa 3% Knochenmasse pro Jahr verlieren; danach setzt sich der Verlust mit rund 1% pro Jahr fort. Männer beginnen ab etwa 50 Jahren mit einem konstanten Verlust von etwa 1% pro Jahr. Dadurch nehmen Hüftfrakturen deutlich zu, wenn Menschen von ihren 70ern in die 80er wechseln.
Studien zeigen keine einheitliche Wirkung von Vitamin D: Personen mit einem nachgewiesenen Mangel hatten nach Supplementen weniger Stürze, doch mit steigender Studien‑Dosis flachten die Vorteile ab und fielen später sogar. Ältere Erwachsene mit hohen Blutwerten von 25‑Hydroxyvitamin D wiesen in Studien ein höheres Risiko für Stürze und Frakturen auf. Zudem könnte Vitamin D das Immunsystem, Atemwegsinfektionen und das Diabetesrisiko beeinflussen, aber für konkrete klinische Empfehlungen sind weitere Forschungen nötig. Sehr hohe Kalziumaufnahmen können das Risiko für Nierensteine erhöhen.
Das Food and Nutrition Board der National Academies nennt klare Zielwerte: Kalzium täglich 1.200 mg für Frauen ab 51 und Männer ab 71 sowie 1.000 mg für Männer von 51–70; Vitamin D 15 mcg für 51–70‑Jährige und 20 mcg für Personen über 70. Praktische Schritte richten sich auf Ernährung und sinnvolle Supplemente: In den USA sind Milch, Käse und Joghurt Hauptquellen für Kalzium. Nimmt eine ältere Person nicht zwei Portionen Milchprodukte täglich, ist ein 500‑Milligramm‑Kalziumpräparat eine vernünftige Option; bei ausreichender Milchzufuhr ist zusätzliches Kalzium nicht nötig. Für Vitamin D ist Sonnenlicht entscheidend: zwischen Oktober und März produziert die Haut in Massachusetts kein Vitamin D, daher können ältere Erwachsene in diesen Monaten von 800–1000 IU täglich profitieren, ebenso zu anderen Zeiten, wenn sie sich nicht genug im Freien aufhalten.
Dawson‑Hughes ist leitende Wissenschaftlerin, Endokrinologin und Professorin für Medizin an der Tufts University School of Medicine.
Schwierige Wörter
- kalzium — Mineralstoff wichtig für Knochen und Zähne.Kalziumaufnahmen
- östrogenspiegel — Menge des weiblichen Hormons im Blut.
- knochenmasse — Gesamte Menge an Knochengewebe im Körper.
- supplement — Zusätzliches Präparat zur Ergänzung der Ernährung.Supplementen, Supplemente
- 25‑hydroxyvitamin d — Form von Vitamin D im Blutserum.
- fraktur — Bruch eines Knochens durch Kraft oder Sturz.Frakturen
- zielwert — Empfohlene Menge, die erreicht werden soll.Zielwerte
- portion — Bestimmte Menge Nahrung, als Einheit gerechnet.Portionen
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Diskussionsfragen
- Sollten ältere Menschen Ihrer Meinung nach bevorzugt über die Ernährung oder über Supplemente Kalzium aufnehmen? Begründen Sie Ihre Meinung kurz.
- Welche Vor‑ und Nachteile sehen Sie, wenn ältere Menschen mehr Zeit in der Sonne verbringen, um Vitamin D zu bilden? Nennen Sie mindestens zwei Punkte.
- Wie könnten Ärztinnen und Ärzte das Risiko für zu hohe Vitamin‑D‑Werte oder sehr hohe Kalziumaufnahmen bei Patientinnen und Patienten verringern? Nennen Sie praktische Maßnahmen.
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