Ein Forscherteam an der Johns Hopkins University prüfte, ob eine bestimmte Hirnregion den Übergang von bewussten Handlungen zu automatischen Gewohnheiten steuert. Die Ergebnisse erschienen in Nature Communications und legen nahe, dass der Wechsel oft schneller erfolgt als bisher gedacht.
Traditionelle Studien arbeiten mit starken Belohnungen und Sättigungstests: Tiere werden mit einer Belohnung trainiert und dann bis zur Sättigung freigelassen. Wenn das Tier die Aufgabe trotz Sättigung weiterführt, werten Forschende das Verhalten als habitual. Solche Tests erlauben aber keine Messung des genauen Zeitpunkts der Umstellung.
Das neue Experiment nutzte Geschmacksvorlieben. Mäuse hatten ständig Zugang zu saurem Wasser, ein Tonsignal löste die Darreichung eines bevorzugten Getränks aus. Viele Tiere handelten zunächst zielgerichtet und schalteten dann plötzlich auf zuverlässiges Signalantworten um. Gehirnaufzeichnungen deuteten auf eine Region als möglichen "Schalter" hin. Einige Mäuse kehrten später wieder zu zielgerichtetem Verhalten zurück. Das Team erhielt einen Zuschuss der National Institutes of Health, um die Steuerung weiter zu untersuchen.
Schwierige Wörter
- hirnregion — Teil des Gehirns mit bestimmter Funktion
- übergang — Wechsel von einem Zustand zum anderen
- sättigung — Zustand, wenn etwas voll oder genug istSättigungstests
- zielgerichtet — Mit einem klaren Ziel oder Zweck handelnzielgerichtetem
- darreichung — Das Geben oder Anbieten einer Sache an jemanden
- gehirnaufzeichnung — Messungen der Aktivität im GehirnGehirnaufzeichnungen
- zuschuss — Geld, das eine Organisation für Forschung gibt
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Haben Sie eine Gewohnheit, die plötzlich begann? Was ist damals passiert?
- Was denken Sie über Tests mit starken Belohnungen und Sättigungstests bei Tieren?
- Wie könnte man Erkenntnisse über einen möglichen "Schalter" im Gehirn im Alltag nutzen?
Verwandte Artikel
Neues biolumineszentes Werkzeug misst Aktivität in Gehirnzellen
Forscher entwickelten CaBLAM, ein biolumineszentes Molekül, das Aktivität in lebenden Gehirnzellen misst. Es erzeugt Licht in der Zelle, funktioniert bei Mäusen und Zebrafischen und erlaubt stundenlange Aufzeichnungen ohne äußere Beleuchtung.
Neue Therapieansätze gegen fibrotische Erkrankungen
Forschende der Yale School of Medicine entdeckten einen Antikörper gegen Epiregulin und einen wichtigen EGFR‑STAT1-Signalweg. Beide Befunde könnten neue Behandlungen für Sklerodermie, graft‑versus‑host‑Krankheit und andere Fibrosen ermöglichen.
Werkzeug verringert parteiische Verbitterung im X‑Feed
Forscher entwickelten eine Browser‑Erweiterung mit einem großen Sprachmodell, die antidemokratische Beiträge im X‑Feed herunterstuft, ohne Posts zu löschen. Ein Experiment während der Wahl 2024 zeigte eine kleine, aber messbare Verbesserung der Einstellungen.
Connie Nshemereirwe: Forschung und Bildung in Afrika
Connie Nshemereirwe, Spezialistin für Bildungsbewertung und ehemalige Ingenieurin, fordert, dass Forschungsfragen in Afrika aus der Basis entstehen. Sie warnt vor Folgen der langen Schulschließungen in Uganda und leitet ein Programm für afrikanische Forschende.