Globale Gesundheitsexperten und die Access to Medicine Foundation warnen, weil antimikrobielle Resistenz (AMR) bereits zu mehr als vier Millionen Todesfällen pro Jahr beiträgt und bis 2050 mehr als acht Millionen erwartet werden. Der Antimicrobial Resistance Benchmark 2026, veröffentlicht am 10. März, zeigt, dass die Zahl der antimikrobiellen Kandidaten in den Forschungs‑pipelines großer Unternehmen seit 2021 deutlich zurückgegangen ist.
Der Bericht hebt besonders die Lücken bei kinderfreundlichen Antibiotika hervor: nur ein geringer Anteil der in Entwicklung befindlichen Medikamente ist für Kinder unter fünf Jahren vorgesehen, und in 17 Ländern in Subsahara‑Afrika fehlen entsprechende Mittel der bewerteten Firmen. Insgesamt befinden sich sieben Wirkstoffe in späten Entwicklungsstadien; sie könnten gegen resistente Erreger wie Gonorrhö, Harnwegsinfektionen und medikamentenresistente Tuberkulose helfen. Das Benchmark bewertete 25 Unternehmen; GSK ist an drei der spätphasigen Wirkstoffe beteiligt, darunter das bereits zugelassene Gepotidacin. Weitere Entwickler sind Venatorx und Innoviva.
Obwohl alle beteiligten Unternehmen Pläne für Zulassung und Zugang angeben, zeigt die Analyse, dass nur zwei der sieben angekündigten Mittel voraussichtlich in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erschwinglich sein werden. John‑Arne Røttingen warnt, dass Unterfinanzierung und schwache Pipelines Gemeinschaften ohne Behandlung lassen können. Expertinnen und Experten empfehlen stärkere Anreize wie Umsatzgarantie‑Programme und ein global funktionierendes Subskriptionsmodell. Beobachter nennen zudem lokale Produktion, Partnerschaften und Mengengarantieverträge als Wege, Preise zu senken und dauerhaften Zugang in ärmeren Regionen zu verbessern.
- Bewertete Generikahersteller: Abbott, Hikma, Sandoz
- Sandoz und Viatris verfolgen die Verteilung ihrer Arzneimittel in LMICs vollständig
Schwierige Wörter
- antimikrobielle Resistenz — Verminderte Wirkung von Medikamenten gegen Mikroorganismen.antimikrobielle Resistenz (AMR)
- Forschungspipeline — Struktur für Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.Forschungs‑pipelines
- Antibiotikum — Medikament gegen bakterielle Infektionen beim Menschen.Antibiotika
- Entwicklungsstadium — Späte Phase bei der Entwicklung von Produkten.späten Entwicklungsstadien
- Zulassung — Offizielle Genehmigung für ein Arzneimittel.
- Unterfinanzierung — Zu wenig finanzielle Mittel für ein Projekt.
- Subskriptionsmodell — Zahlungsmodell mit festen Gebühren für Medikamente.
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile könnte ein global funktionierendes Subskriptionsmodell für den Zugang zu Antibiotika haben?
- Wie könnten lokale Produktion und Mengengarantieverträge den Zugang zu Antibiotika in Subsahara‑Afrika verbessern?
- Welche Maßnahmen sollten Regierungen ergreifen, um Unterfinanzierung und schwache Forschungs‑pipelines zu vermeiden?
Verwandte Artikel
Studie: Videospiele können Stress reduzieren
Eine Studie der Boston University zeigt, dass viele Studierende Videospiele zur Stressbewältigung und Emotionsregulation nutzen. Bestimmte Spielmotive hängen mit mehr positiven Gefühlen oder einer Verringerung negativer Gefühle nach dem Spielen zusammen.
Tragbare Antikörper‑Sensoren messen in 10 Minuten
Forscher der University of Pittsburgh entwickelten tragbare Biosensoren, die in 10 Minuten Antikörper ohne Blutentnahme erkennen. Die Sensoren messen Antikörper in der Interstitialflüssigkeit und sind in Analytical Chemistry beschrieben.
Studie: Aktualisierter COVID‑19‑Impfstoff schützt gegen Varianten
Emory-Forscher untersuchten den 2023–24 Impfstoff gegen Omikron XBB.1.5. Die Studie zeigt langlebige und kreuzreaktive Antikörper, mögliche Vorteile eines monovalenten Impfstoffs und nennt Risikogruppen sowie die Notwendigkeit weiterer Forschung.
Darmbakterien erreichen Gehirn nach fettreicher Diät bei Mäusen
Forscher berichten, dass lebende Darmbakterien bei Mäusen ins Gehirn gelangen können, nachdem die Tiere kurz eine fettreiche Diät aßen. Die Studie in PLOS Biology zeigt einen Weg über den Vagusnerv und nennt mögliche Folgen für neurologische Erkrankungen.