Forscher der Emory University untersuchten Mäuse und berichten, dass lebende Darmbakterien das Gehirn erreichen können. Die Studie erschien im März in PLOS Biology. Die Tiere bekamen kurz eine fettreiche Diät (Paigen’s Diet).
Die Forscher sahen Veränderungen im Darmmikrobiom und eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand, oft «leaky gut» genannt. Über den Vagusnerv konnten Bakterien ins Gehirn gelangen. In einem Experiment bekamen Mäuse zuerst Antibiotika und dann markierte Bakterien. Bei Tieren mit fettreicher Diät wurden diese Bakterien später im Vagusnerv und im Gehirn nachgewiesen, aber nicht im Blut. Als die Mäuse wieder normale Nahrung bekamen, verringerte sich die Darmpermeabilität und die bakterielle Belastung im Gehirn.
Schwierige Wörter
- darmbakterie — Kleine Lebewesen im Darm, nützlich oder schädlichDarmbakterien
- darmmikrobiom — Die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm
- durchlässigkeit — Wie leicht Stoffe durch eine Wand gehen
- vagusnerv — Nerv, der Darm und Gehirn miteinander verbindet
- antibiotikum — Medikament gegen Bakterieninfektionen im KörperAntibiotika
- darmpermeabilität — Maß für die Öffnung der Darmwand
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum ist es wichtig, dass Darmbakterien das Gehirn erreichen können?
- Wie könnte eine fettreiche Diät deine Gesundheit beeinflussen?
- Hast du schon einmal Antibiotika genommen? Wie war das für dich?
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