Forscher der Emory University untersuchten Mäuse und berichten, dass lebende Darmbakterien das Gehirn erreichen können. Die Studie erschien im März in PLOS Biology. Die Tiere bekamen kurz eine fettreiche Diät (Paigen’s Diet).
Die Forscher sahen Veränderungen im Darmmikrobiom und eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand, oft «leaky gut» genannt. Über den Vagusnerv konnten Bakterien ins Gehirn gelangen. In einem Experiment bekamen Mäuse zuerst Antibiotika und dann markierte Bakterien. Bei Tieren mit fettreicher Diät wurden diese Bakterien später im Vagusnerv und im Gehirn nachgewiesen, aber nicht im Blut. Als die Mäuse wieder normale Nahrung bekamen, verringerte sich die Darmpermeabilität und die bakterielle Belastung im Gehirn.
Schwierige Wörter
- darmbakterie — Kleine Lebewesen im Darm, nützlich oder schädlichDarmbakterien
- darmmikrobiom — Die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm
- durchlässigkeit — Wie leicht Stoffe durch eine Wand gehen
- vagusnerv — Nerv, der Darm und Gehirn miteinander verbindet
- antibiotikum — Medikament gegen Bakterieninfektionen im KörperAntibiotika
- darmpermeabilität — Maß für die Öffnung der Darmwand
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum ist es wichtig, dass Darmbakterien das Gehirn erreichen können?
- Wie könnte eine fettreiche Diät deine Gesundheit beeinflussen?
- Hast du schon einmal Antibiotika genommen? Wie war das für dich?
Verwandte Artikel
Afrika am Wendepunkt bei Malaria und Gesundheit
Zum Weltmalariatag (25. April) warnen Expertinnen und Experten: nach Jahrzehnten mit Fortschritten stagnieren viele Gesundheitsindikatoren in Afrika. Hohe Malariafälle 2024 und fragmentierte Forschung zeigen Bedarf an lokaler, systemnaher Forschung und stärkerer Zusammenarbeit.
RSV: Folgen können lange nach Krankenhaus bestehen
Eine Studie zeigt, dass Erwachsene nach einer RSV‑Hospitalisierung noch Monate mit Atemnot und Einschränkungen im Alltag kämpfen können. Die Probleme betreffen nicht nur Kleinkinder und sehr alte Menschen, sondern auch andere Erwachsene.
Concierge- und DPC‑Praxen wachsen in den USA
Eine Studie zeigt, dass gebührenfinanzierte Concierge- und Direct‑Primary‑Care‑Praxen in den USA von 2018 bis 2023 stark zugenommen haben. Forschende warnen vor Folgen für den Zugang zur Primärversorgung und raten zur Beobachtung der Entwicklung.
Ebola-Ausbruch an der Grenze zwischen Uganda und Kongo
Uganda und die Demokratische Republik Kongo versuchen, einen grenzüberschreitenden Ebola-Ausbruch der Bundibugyo-Variante einzudämmen. Die WHO erklärte am 17. Mai einen internationalen Notfall, nachdem Fälle in Kampala bestätigt wurden; es gibt keinen zugelassenen Impfstoff.
Menschen mit Behinderungen in Kenia und Nigeria leiden unter COVID‑19
In armen Stadtteilen von Kenia und Nigeria verschlechterte die COVID‑19‑Pandemie den Zugang zu Gesundheit und Arbeit. Kliniken schlossen, Medikamente wurden teurer und viele Menschen mit Behinderungen verloren Einkommen oder wichtige Behandlungen.