LingVo.club
Level
Warum Spitzenfirmen Talente ausbilden und später gehen lassen — Level B2 — Looking up at tall buildings in a city

Warum Spitzenfirmen Talente ausbilden und später gehen lassenCEFR B2

1. Dez. 2025

Adaptiert nach Sandra Knispel-U. Rochester, Futurity CC BY 4.0

Foto von Jacob Pretorius, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
4 Min
216 Wörter

Zwei Finanzökonomen, einer von der University of Rochester und einer von der University of Wisconsin–Madison, haben ein Modell entwickelt, das zeigt, warum Spitzenfirmen besonders talentierte Menschen anziehen, intensiv ausbilden und nach einiger Zeit selektiv entlassen. Die Studie wurde in der American Economic Review veröffentlicht.

Die Forschenden erklären, dass Reputation, Information und Bindung in Berufen zusammenwirken, in denen individuelle Leistung beobachtbar und zuordenbar ist. Als Beispiele nennen sie Recht, Beratung, Fondsverwaltung, Wirtschaftsprüfung und Architektur. In ihrem Modell fungieren Elitefirmen als Vermittler: Sie stellen Personal ein, beobachten dessen Leistung genauer und verkaufen diese Leistung an Kundinnen und Kunden.

In den von den Autorinnen und Autoren als „stille Perioden“ bezeichneten Phasen behalten Firmen Mitarbeitende, die gut arbeiten, und zahlen normale Löhne. Mit der Zeit verringern öffentliche Leistungsindikatoren – etwa Gewinnen von Prozessen, profitablen Investitionen oder erfolgreichen Projekten – den Informationsvorteil der Firma. Dann steht die Firma vor einer Wahl: einigen Mitarbeitenden mehr zahlen oder einige entlassen und andere zu niedrigeren Löhnen halten. Ron Kaniel von der University of Rochester erklärt, dass Firmen dann beginnen zu rotieren, um mehr aus den Verbliebenen herauszuholen.

Die Forschenden zeigen, dass dieses Rotationsprinzip ein stabiles Gleichgewicht erzeugen kann: Firmen steuern Information und Gewinn durch Fluktuation und selektive Bindung, und der Markt erkennt nach und nach, welche Beschäftigten wirklich zur Spitzengruppe gehören. Quelle: University of Rochester

Schwierige Wörter

  • reputationÖffentliches Ansehen einer Firma oder Person.
  • informationsvorteilMehr Wissen einer Partei gegenüber anderen Akteuren.
  • bindungMaßnahmen oder Gründe, damit Mitarbeitende bleiben.
  • fluktuationWechsel von Beschäftigten innerhalb einer Firma.
  • rotierenMitarbeitende regelmäßig austauschen oder bewegen.
  • gleichgewichtZustand, in dem Kräfte ausgeglichen sind.
  • periodeBestimmte Zeitspanne innerhalb eines Ablaufs.
    Perioden

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Vorteile und Nachteile hat das Rotationsprinzip für Mitarbeitende? Nennen Sie Gründe, die im Text erwähnt sind.
  • Welche Strategien könnten Firmen statt Entlassungen verwenden, wenn öffentliche Leistungsindikatoren ihren Informationsvorteil verringern?
  • Welche der genannten Beispiele (Recht, Beratung, Fondsverwaltung, Wirtschaftsprüfung, Architektur) ist in Ihrem Land wichtig, und warum?

Verwandte Artikel